Aktualisiert 13.06.2014 17:12

BildungNationalrat will Bachelor für Berufslehre

Auch Handwerker oder andere ausgebildete Berufsfachleute sollen sich mit einem Bachelor- oder Mastertitel schmücken dürfen.

von
ame
Geht es nach SP-Nationalrat Matthias Aebischer, sollen Abschlüsse der höheren Berufsbildung mit modernen Titelnamen aufgewertet werden.

Geht es nach SP-Nationalrat Matthias Aebischer, sollen Abschlüsse der höheren Berufsbildung mit modernen Titelnamen aufgewertet werden.

In Zukunft soll sich auch ein Schreinermeister Professional Master nennen dürfen. Das fordert SP-Nationalrat Matthias Aebischer in einer Motion, die am Donnerstag vom Parlament behandelt wurde. Darin wird der Bundesrat beauftragt, die Abschlüsse der höheren Berufsbildung mit modernen Titelnamen aufzuwerten. Als Beispiele nennt er laut der «NZZ» Titel wie «Berufs-Bachelor», «Bachelor HF» oder «Professional Master».

Damit will er erreichen, dass «die top ausgebildeten Schweizer Berufsleute gleich lange Spiesse haben wie die oft schlechter ausgebildeten Berufsfachleute im Ausland». Unterstützung erhält Aebischer dabei vom Gewerbeverband. Dieser begrüsst die Idee, da die Abschlüsse dank englischen Versionen richtig eingeordnet werden können.

Mehrheit stimmt Motion zu

Dem widerspricht der Bundesrat, er lehnt die Motion ab. «Eine Vermischung der Titelstrukturen oder eine Akademisierung der Berufsbildung ist der falsche Weg», sagte Johann Schneider-Ammann am Donnerstag im Nationalrat. Dadurch entstehe das Risiko, dass von Bachelors zweiter Klasse gesprochen würde.

Ausserdem habe eine Befragung von Unternehmen ergeben, dass sich die Mehrheit keine solchen Titelnamen wünsche. Trotzdem stimmte eine Mehrheit der Nationalräte der Motion zu. Sie geht nun in den Ständerat.

Höhere Fachschule (HF)

HF-Lehrgänge sind praxisorientiert und bauen meist auf einer abgeschlossenen Berufslehre auf. In der Schweiz gibt es insgesamt 52 verschiedenen Fachrichtungen und 400 unterschiedliche Bildungsgänge. Dazu gehören etwa die Bereiche Technik, Wirtschaft, Gastgewerbe, Tourismus und Hauswirtschaft oder Gesundheit. Für die HF-Lehrgänge braucht es keine Matur.

(sma)

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