Aus für «Connyland»?: Nationalrat will Delfin-Haltung verbieten
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Aus für «Connyland»?Nationalrat will Delfin-Haltung verbieten

Das «Connyland»-Drama wirft seine Schatten nach Bundesbern. Im Nationalrat fand ein Antrag auf Verbot von Delfin- und Walhaltung in der Schweiz eine Mehrheit.

Der Nationalrat will, dass in der Schweiz keine Delfine und keine Wale mehr gehalten werden dürfen. Bei der Beratung des Tierschutzgesetzes hiess er am Dienstag einen entsprechenden Einzelantrag gut. Das nächste Wort dazu hat der Ständerat.

Eingereicht hatte den Antrag Isabelle Chevalley (GLP/VD). Die Haltung von Delfinen und Walen mache aus pädagogischer Sicht keinen Sinn und diene nur der Unterhaltung, sagte sie. Die Tiere würden in viel zu kleinen Becken gehalten. Die Musik, der sie ausgesetzt seien, sei für ihr feines Gehör viel zu laut.

SP und Grüne, aber auch etliche Bürgerliche unterstützten ihren Antrag. Dieser wurde mit 112 gegen 60 Stimmen angenommen, gegen den Willen der Mehrheit der vorberatenden Kommission und des Bundesrates. Sie hatten keine Verbote gewollt und auf die strengen Auflagen für die Haltung von Wildtieren in der Schweiz verwiesen.

Bundesrat gegen Verbote

Kommissionssprecherin Elisabeth Schneider (CVP/BL) wollte keine Spezialbehandlung für bestimmte Tiere im Gesetz. Man könne ja beliebig viele andere Tiere ebenfalls auf diese Liste setzen, gab sie zu bedenken. Kommissionssprecher Oskar Freysinger (SVP/VS) verwahrte sich gegen ein «Connyland»-Gesetz, wie er es nannte.

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Im vergangenen Herbst starben in diesem Freizeitpark in Lipperswil TG zwei Delfine innerhalb einer Woche. Laut Untersuchungen war das Gehirn der Tiere durch ein Antibiotikum geschädigt worden.

TalkTäglich vom 14.11.2011

Der Bundesrat hatte nach diesen jüngsten Delfin-Todesfällen Haltungsverbote abgelehnt, aber angekündigt, die Regeln für die Haltung der Tiere zu überprüfen. Gemäss Bundesrat waren letztmals 1989 und 1992 Grosse Tümmler in die Schweiz eingeführt worden. Im Connyland leben zurzeit noch drei Delfine.

Delfin stirbt im Connyland

Schutz für Firmen und Forscher

Der Nationalrat schuf in der Vorlage noch weitere Differenzen zum Ständerat. Mit einer Zusatzklausel im Tierschutzgesetz will er beispielsweise Firmen und Forscher schützen, die an Tierversuchen beteiligt sind.

Demnach soll der Bundesrat bei der Regelung der Einzelheiten zur Informationspflicht «die überwiegenden schutzwürdigen privaten oder öffentlichen Interessen beachten». Rückschlüsse auf Firmen, Forscher, Forschungsanlagen und Forschungsvorhaben sollen damit vermieden werden.

Im Gesetz verankern will der Nationalrat ein Verbot von internationalen Tiertransporten durch die Schweiz per Lastwagen. Heute steht das Transitverbot in der Tierschutzverordnung. Dabei hat es der Ständerat bisher stets bewenden lassen wollen.

Kein Beschwerderecht für Tierschutzorganisationen

Weiter will der Nationalrat die Kantone verpflichten, den Bund über Tierschutz-Kontrollen zu informieren. Der Bundesrat und eine bürgerliche Kommissionsminderheit hätten eine Kann-Formulierung bevorzugt.

Nicht umstritten ist das geplante Verbot des Handels mit Hunde- und Katzenfellen. Die Räte hatten einer Motion zugestimmt und den Bundesrat damit beauftragt, das Gesetz etwas zu verschärfen. Demnach soll nicht mehr nur die Einfuhr, sondern jeglicher Handel mit Hunde- und Katzenfellen und deren Ausfuhr verboten sein.

Ein von SP, Grünen und GLP gefordertes Verbandsbeschwerderecht für Tierschutzorganisationen lehnte der Rat mit 99 zu 68 Stimmen ab. Dem Argument von Chevalley, dass es nicht logisch sei, dass das Verbandsbeschwerderecht Umweltverbänden zustehe, aber Tierschutzorganisationen nicht, schenkte er kein Gehör. (sda)

«Connyland» in Lipperswil TG eröffnet Saison Ende März

Der Nationalrat will im Tierschutzgesetz festschreiben, dass in der Schweiz keine Delfine und Wale mehr gehalten werden dürfen. Das hat er am Dienstag beschlossen. Im Freizeitpark Connyland in Lipperswil wird derweil am 31. März die Saison eröffnet - mit drei Delfinen.

Das sagte Geschäftsführer Ernst Brandenberger am Dienstag gegenüber der sda. Im vergangenen Herbst starben im «Connyland» zwei Delfine innerhalb einer Woche. Laut Untersuchungen war das Gehirn der Tiere durch ein Antibiotikum geschädigt worden.

Tierschützer und das deutsche Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) haben auf den 1. April eine Demonstration vor dem «Connyland» angekündigt. Die Gemeinde Wäldi hat die Demonstration bewilligt, allerdings darf das WDSF nicht den ganzen Tag, sondern nur zweieinhalb Stunden gegen die Haltung von Delfinen demonstrieren.

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