Nationalratswahlen: Wenig Interesse seitens der Kultur

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Nationalratswahlen: Wenig Interesse seitens der Kultur

Sie nerven sich über zu wenig Subventionen, rappen gegen Blocher an – aber aktiv in der Politik engagieren sich nur wenige Kulturschaffende. Die Ausnahme ist Filmemacher Samir.

Liste 8, Nummer 834: Das ist «Snow White»-Regisseur Samir. Er will für die Zürcher Partei Alternative Liste in den Nationalrat. «In einer Zeit rassistischer Plakate ist es mir wichtig, Position zu beziehen», sagt er.

Nur wenige Kultur-Promis kandidieren für den Nationalrat: Der Obwaldner Musiker und «Anuk»-Filmer Luke Gasser ist eine weitere Ausnahme. Er geht parteilos ins Rennen, trotzdem hat er laut Experten gute Chancen. «Die Politik behandelt die Kultur stiefmütterlich», sagt Samir. «Es wäre wünschenswert, dass sich mehr Kulturelle politisch engagieren.»

Kulturbetriebe lamentieren über zu wenig Subventionen, Rapper wie Gimma und Stress wettern gegen die SVP – aber im Nationalrat sitzen wollen sie nicht. Samir sieht es positiv: «Sich politisch zu äussern, ist ein Anfang. Besser ein kleines Engagement als gar keines.» Das findet auch Stress, der gerne gegen Christoph Blocher rappt: «Politik bestimmt mein Leben, da darf ich sie doch hinterfragen», sagt er. Das sei das Recht jedes Bürgers. Trotzdem: In den Nationalrat möchte er nicht: «Da müsste ich mich verbiegen und zu viele Kompromisse machen.»

Stefanie Rigutto

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