Aktualisiert 09.10.2012 13:23

Service totalNationalspieler - und was jetzt?

Marco Mathys ist der «neuste» Nationalspieler der Schweiz. Der Flügelspieler des FC St. Gallen hat zum ersten Mal ein Aufgebot für die A-Nati erhalten. Was geschieht danach?

von
Eva Tedesco

Nati-Neuling Marco Mathys vom FC St. Gallen beim Zusammenzug im Teamhotel in Feusisberg. (Video: 20 Minuten Online)

Damit für die Nati-Cracks – auch die neuen – alles bereit liegt, wenn sie eintreffen, beginnt der Staff rund zwei Wochen vor dem eigentlichen Zusammenzug mit den Vorbereitungen. Im Fall Mathys: Sobald klar war, dass Ottmar Hitzfeld den Espen für die WM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen (12. Oktober) und in Island (16. Oktober) aufbietet, setzte sich Kommunikationschef Marco von Ah mit dem Medienchef der St. Galler in Verbindung. Nati-Team-Manager Philipp Ebneter nahm Kontakt mit St. Gallens Team-Manager Christian Stübi auf. Ebneter informierte den FCSG-Team-Manager dabei in kurzen Zügen über die Abläufe bei der A-Nati.

«Dann habe ich dem Spieler mitgeteilt, dass er den Pass braucht und im aktuellen Fall, dass es von Vorteil wäre, wenn er sich nach Feusisberg fahren lassen würde, weil die Spieler nach der Ankunft aus Island am Flughafen entlassen werden», so Ebneter. Bei der Ankunft im Hotel sammelt Ebneter die Pässe der Spieler ein. Zum Einen, um Hotelzimmer- und Reise-Formalitäten für die Mannschaft erledigen zu können und auch, um sicher zu stellen, dass kein Spieler das Dokument zu Hause vergessen kann. Danach informierte Von Ah Mathys, in welchen Räumlichkeiten Sitzungen stattfinden, wo er die Physiotherapie-Räume findet und wo die Mannschaft ihre Mahlzeiten einnimmt.

Die Nati-Spieler bringen nur ihre eigenen Schuhe mit

Dazwischen gibt es immer wieder ein Kennenlernen mit neuen Kollegen oder ein Wiedersehen mit bereits bekannten Gesichtern aus der Super League. Oft nimmt sich auch Gökhan Inler den neuen Spielern an und übernimmt die Führung im Hotel oder das Bekanntmachen. Der Napoli-Söldner bietet jedem Spieler seine Unterstützung an. Die Tür des Nati-Captains ist für die jungen Spieler immer offen, wenn sie Fragen haben oder Anliegen.

Wenn Mathys sein Hotelzimmer bezieht, liegt bereits das Trainings-Material bereit. Leibchen, Stulpen, Hosen, Pullover, Jacken etc. werden Tage vorher in Bern bereitgemacht und vor dem Eintreffen der Spieler im Hotel abgepackt und auf den Zimmern verteilt. «Wir wissen ja wie gross und schwer der Spieler ist», so Ebneter. Pro Nationalspieler gibt es drei Garnituren für die Trainings. Die gebrauchten Sportkleider werden jeweils nach den Einheiten eingesammelt und im Hotel gewaschen, damit sie am nächsten Tag wieder verwendet werden können. Auch Turnschuhe und Schlarpen sind von Puma, dem Ausrüster der Nationalmannschaft, immer genügend im Gepäck. Der Spieler muss lediglich seine eigenen Fussballschuhe mitbringen. Die Schuhwahl ist in der Nationalmannschaft nicht an einen Ausrüster gebunden, sondern frei.

Rot wie die Nati - und der FC Biel

«Ich freue mich hier zu sein», sagt Mathys, als er sich in seinem neuen Nati-Outfit wenig später den wartenden Journalisten stellt. Noch etwas zurückhaltend, aber sichtlich stolz zeigt er sich im roten Nati-Outfit. «Irgendwie ist es wie bei meinem ehemaligen Klub, dem FC Biel. Dort hatten wir auch alles in rot. Beim FC St. Gallen trage ich ja jetzt grün-weiss. Aber es ist für mich alles sehr speziell hier. Ich kann gar nicht sagen, auf was ich mich richtig freue – eigentlich auf alles.»

Der Nati-Neuling hat die Rückennummer 6 gefasst. Und auch das war bereits klar, ehe er in Feusisberg eintraf. «Wir müssen uns da an die vorgegebenen Nummer von eins bis dreiundzwanzig halten, da blieb nicht mehr viel Auswahl», so Ebneter. Oft übernimmt ein Spieler die Nummer eines anderen, der nicht im Aufgebot steht.

Zwei Garnituren pro Spiel

Diesmal übernimmt zum Beispiel Timm Klose die Nummer von Alain Nef, der nicht dabei ist und Nassim Ben Khalifa die von Josip Drmic, der für die U21-Barrage gegen Deutschland aufgeboten ist. «Für jeden Spieler stehen zwei Garnituren pro Spiel zur Verfügung. Das gibt rund 250 Garnituren pro Jahr», so der Team-Manager. Die aktuellen Trikots hat Puma letzten Mittwoch geliefert.

Der erste Tag bei der Nati endet für Mathys aber nicht nach dem Abendessen. Denn der 25-Jährige hat noch keinen Anzug, den die Natispieler auf Reisen tragen. Deshalb wird Mathys nach dem Essen von Francesco Stomeo erwartet. Der Zürcher Boutiquenbesitzer nimmt Mass am Mittelfeldspieler, damit das nachtblaue Sakko, die Hose und das weisse Hemd auch wirklich sitzen. Auch elegante Schuhe, ein Gürtel und die rote Krawatte werden noch vor dem Transfer nach Bern am Donnerstag geliefert. Alles picco bello – nur kicken müssen unsere Stars noch selbst.

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