Aktualisiert 11.10.2019 15:45

Berner RapperNativ verzichtet für Flüchtlinge auf sein Geld

Seine neuste Single gibts nur zum Kaufen – und zwar für 10 Franken pro Download: Der Berner Rapper Nativ startet damit eine Sammelaktion für ein Hilfswerk. Und verzichtet auf sein Geld.

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Einmalige Aktion in der Schweizer Musiklandschaft: So funktioniert Nativs Charity-Idee. <i>(Video: 20 Minuten/Wibbitz)</i>

Der Release

Heute veröffentlicht der Berner Rapper Nativ seine neue Single «Los». Es ist ein besonderer Release: Der Song wird nicht auf den Streaming-Plattformen landen – es gibt ihn nur zu kaufen.

Und zwar zu einem stolzen Preis: Via Bandcamp.com verkauft Nativ das Stück für 10 Franken pro Download.

Dahinter steckt eine Aktion, wie es sie in der Schweizer Musiklandschaft noch nicht gegeben hat. Nativ sammelt mit dem Verkauf des Songs Geld für das Hilfswerk One Happy Family, das sich auf der griechischen Insel Lesbos um Geflüchtete kümmert.

Das Ziel

Der 25-Jährige sagt, dass er sich viele Gedanken über die Missstände auf der Welt mache. «Ich habe Gewissensbisse und struggle immer wieder damit, wie gut es uns geht. Wir leben in einer Konsumwelt, machen Party, gehen arbeiten, reisen frei rum. Und andernorts sterben Leute sterben oder schlafen in Notzelten.»

Für ihn sei die Sammelkation via Release der einfachste Weg, den Leuten etwas zu geben und gleichzeitig anderen damit zu helfen. Für Nativ ist klar: «Ich kann nicht nur davon reden, die Welt verändern zu wollen. Ich muss etwas machen.»

Er wolle «mindestens 10'000 Franken zusammenbringen», sagt Nativ. Dafür muss er «Los» 1000 Mal verkaufen.

Der Plan

«Los» wird vor allem auf Bandcamp gepusht. Nur dort konnte der Musiker den Preis für den Song selber setzen. Auf gängigen Plattformen wie etwa iTunes gibts es Kosten-Limiten, womit das Sammelziel von 10'000 Franken utopisch geworden wäre.

«Es haben sich schon einige Leute gemeldet, die die Aktion toll finden. Viele finden es super, dass sie aktiv etwas beitragen können», sagt Nativ. Auch Lo & Leduc droppen einen Kommentar auf Instagram: «Boss».

Der Song

Die Single hat Nativ vor zwei Jahren geschrieben. Schon damals wusste er: «Das Lied hat eine Botschaft, mit dem will ich was Besonderes machen.» Jetzt ist die Idee da, und damit der Zeitpunkt für den Release.

Im Song beschreibt er seine eigene Gefühlslage. «Der Frieden wartet nicht / Ich muss gehen / es gibt noch so viel zu tun», singt Nativ.

Die Lebensumstände von Geflüchteten beschäftigen ihn sehr, er spreche mit Freunden, seinem Bruder und auch mit seiner Mutter, die selbst schon Asylsuchende aufgenommen hat, darüber. «Auch wenn es nicht mehr in den Medien präsent ist: Die Lage in Lesbos ist unverändert.» Er fügt an: «Es liegt an uns, etwas zu verändern.»

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