NATO-Gipfel: Mehr Truppen für Afghanistan
Aktualisiert

NATO-Gipfel: Mehr Truppen für Afghanistan

Kurz vor dem NATO-Gipfel in Lettland erhöhen US-Präsident George W. Bush und die NATO-Spitze den Druck auf ihre Bündnispartner. Bush und NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer forderten erneut mehr Truppen für den Süden Afghanistans.

«Die Verbündeten müssen die Mittel bereitstellen, die die NATO- Kommandanten verlangen», stellte Bush bei einem Besuch in der estnischen Hauptstadt Tallinn am Dienstag klar. Dabei müssten sie auch «schwierige Aufgaben akzeptieren».

De Hoop Scheffer seinerseits nannte es in der lettischen Hauptstadt Riga «inakzeptabel», dass in Südafghanistan immer noch 20 Prozent der Truppen fehlten. Dort sind Verbände der NATO- geführten internationalen Friedenstruppe ISAF zunehmend in Kämpfe mit den radikal-islamischen Taliban verwickelt.

Vertrauen auf Afghanistan

Der Chef der Militärallianz äusserte indes die Hoffnung, dass die Sicherheit Afghanistans ab 2008 schrittweise in die Hände einheimischer Kräfte übergeben werden könne. «Ich hoffe, dass wir bis 2008 entscheidende Fortschritte gemacht haben», sagte er.

Voraussetzung für einen Abzug der NATO-Truppen sei, dass das Land über ausreichend ausgebildete Sicherheitskräfte verfüge. Er rechne damit, dass sich der Gipfel auf ein entsprechendes Programm einigen werde.

Zugleich wies De Hoop Scheffer auf die bereits erzielten Fortschritte in Afghanistan hin. «Wir dürfen nicht überdramatisieren und ein Scheitern herbeireden.» Afghanistan habe mittlerweile eine Verfassung, ein gewähltes Parlament und eine gewählten Präsidenten.

Wiederaufbau im Fokus

Die NATO müsse nicht nur mehr Stärke zeigen, sondern auch mehr Gewicht auf den zivilen Wiederaufbau des Landes legen, sagte De Hoop Scheffer. Hierbei seien auch andere internationale Organisationen gefordert wie die Europäische Union, die Weltbank oder die G8.

Die NATO-Staats- und Regierungschefs wollten am Abend in der lettischen Hauptstadt zu ihrem zweitägigen Gipfel zusammenkommen. Im Zentrum des Treffens steht der Einsatz in Afghanistan.

(sda)

Deine Meinung