Minister an Bord: Nato-Kampfjet nähert sich russischem Flugzeug
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Minister an BordNato-Kampfjet nähert sich russischem Flugzeug

Die Maschine mit dem russischen Verteidigungsminister an Bord war auf dem Weg nach Kaliningrad, als plötzlich ein F-16-Kampfjet der Nato auftauchte.

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oli/chk

Angespannte Situation: Zwei Kampfjets treffen aufeinander. (Video: Tamedia: Zvevda via Storyful)

Mehrere Vorfälle im Luftraum über der Ostsee haben die Sorge vor wachsenden militärischen Spannungen in der Region geschürt. Ein F-16-Kampfjet der Nato näherte sich am Mittwoch russischen Medien zufolge dem Flugzeug von Russlands Verteidigungsminister Sergej Schoigu.

Die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete, das Kampfflugzeug der Nato habe versucht, sich der Maschine zu nähern, in der Schoigu in die russische Exklave Kaliningrad reiste. Eine russische Suchoi SU-27, die Schoigus Flug eskortierte, habe daraufhin signalisiert, dass sie bewaffnet sei.

Ungewöhnlich viele russische Flugzeuge

Daraufhin habe der Nato-Jet abgedreht, berichtete Interfax unter Berufung auf Journalisten, die an Bord der Ministermaschine waren. Das russische Fernsehen zeigte Bilder des Vorfalls, der sich demnach im internationalen Luftraum über der Ostsee ereignete.

Die Nato bezeichnete den Einsatz als «routinemässig», um die Identität des russischen Flugzeuges zu klären. Dabei sei die gesamte Zeit über eine «sichere Distanz» eingehalten worden, sagte ein Sprecher des Bündnisses der Nachrichtenagentur AFP.

Ungewöhnlich viele russische Flugzeuge

Die Nato habe sich dazu entschieden, den Luftverkehr verstärkt zu überwachen, nachdem in der vergangenen Woche «eine ungewöhnlich grosse Zahl an russischen Militärflugzeugen über die Ostsee» geflogen sei.

Schoigu war unterwegs nach Kaliningrad, um sich in der zwischen Polen und Litauen gelegenen Exklave mit russischen Militärvertretern zu treffen. Bei dem Treffen warnte Schoigu dem russischen Verteidigungsministerium zufolge, dass sich die Situation an den westlichen Grenzen Russlands zu verschlechtern drohe. Dies habe mit dem «Anstieg der militärischen Aktivitäten der Nato-Länder in Europa» zu tun.

Russischer Botschafter einbestellt

Schweden bestellte am Mittwoch den russischen Botschafter ein, nachdem ein russischer Kampfjet einem schwedischen Aufklärungsflugzeug ebenfalls über der Ostsee ungewöhnlich nahe gekommen sein soll. Schwedens Verteidigungsminister Peter Hultqvist bezeichnete den Vorfall, der sich bereits am Montag im internationalen Luftraum ereignete, als «inakzeptabel».

Ein dritter Vorfall ereignete sich dem US-Militär zufolge ebenfalls am Montag. Ein russischer Kampfjet habe nahe eines US-Aufklärungsflugzeuges ein «unsicheres» Abfangmanöver vorgenommen, teilte die Armee am Dienstag mit.

Erhöhte Truppenpräsenz

Das russische Verteidigungsministerium wiederum teilte mit, russische Kampfjets hätten am Montag zwei «amerikanische Spionageflugzeuge» über dem Baltikum identifiziert. Eines davon habe ein «provokantes» Manöver ausgeführt.

Die Nato hatte im vergangenen Jahr beschlossen, ihre Truppenpräsenz in Osteuropa zu erhöhen. Hintergrund ist die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland und dessen Vorgehen in der Ostukraine. (oli/chk/sda)

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