«Speerspitze»: Nato startet Aufbau der neuen Eingreiftruppe
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«Speerspitze»Nato startet Aufbau der neuen Eingreiftruppe

In Norddeutschland sind am Mittwoch die Weichen für den Aufbau der Nato-Eingreiftruppe gestellt worden. 4000 Soldaten sollen ihr dereinst angehören.

von
cho
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21. November 2013: Der damalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch legt ein Assoziierungsabkommen mit der EU überraschend auf Eis.

21. November 2013: Der damalige ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch legt ein Assoziierungsabkommen mit der EU überraschend auf Eis.

epa/Sergey Dolzhenko
Tausende Menschen demonstrieren in Kiew dagegen.

Tausende Menschen demonstrieren in Kiew dagegen.

epa/Sergey Dolzhenko
Dezember: Zentrum der immer grösser werdenden Proteste wird der Maidan in Kiew. Hunderttausende fordern Janukowitschs Rücktritt.

Dezember: Zentrum der immer grösser werdenden Proteste wird der Maidan in Kiew. Hunderttausende fordern Janukowitschs Rücktritt.

Keystone/AP/Efrem Lukatsky

Das in Münster stationierte deutsch-niederländische Korps übernahm das Kommando über die Landstreitkräfte der bisherigen Einsatztruppe, aus der bis zum kommenden Jahr die sogenannte Speerspitze der Militärallianz entstehen soll.

Beim Aufbau der Truppe kommt Deutschland eine Führungsrolle zu. Es bildet im laufenden Jahr mit knapp 4000 Soldaten die sogenannte Rahmennation der Nato Response Force (NRF). Die neue Truppe soll Russland vor dem Hintergrund des Ukraine-Konflikts demonstrieren, dass die Nato ihre osteuropäischen Mitglieder nicht im Stich lassen wird.

Very High Readiness Joint Task Force

Aus der bisherigen NRF soll eine noch schnellere Eingreiftruppe auf die Beine gestellt werden. Diese sogenannte Very High Readiness Joint Task Force (VJTF) mit bis zu 7000 Soldaten soll innerhalb von zwei bis sieben Tagen an einen Einsatzort verlegt werden können.

Ständige Stützpunkte mit Führungs- und Logistikexperten, die von der VJTF bei Manövern und auch im Ernstfall genutzt werden können, will die Nato in den baltischen Staaten sowie in Polen und Rumänien einrichten. Sie sollen mit Rücksicht auf die Vorbehalte Russlands gegen ständige Stationierungen in Osteuropa zu normalen Zeiten allerdings nur mit wenigen Nato-Soldaten besetzt sein.

Stoltenberg: Zeit für Veränderung gekommen

«Wir haben mit dem heutigen Tag eine Truppe mit hoher Bereitschaft», sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg nach einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin.

Angesichts der wachsenden Bedrohungen für das Bündnis pochte Stoltenberg während seines Berlin-Besuchs auf eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben des Bündnisses. «Die Sicherheitslage ändert sich, und wir müssen uns darauf einstellen», sagte er.

Putin rüstet auf

Während die Nato in den vergangenen fünf Jahren ihre Militärausgaben um 20 Prozent verringert habe, gebe Russland immer mehr Geld für seine Streitkräfte aus. «Jetzt ist die Zeit für eine Veränderung gekommen.»

Die 28 Nato-Mitgliedstaaten haben sich zum Ziel gesetzt, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben. Nur wenige Länder wie die USA und Grossbritannien erfüllen dieses Ziel.

Zur Frage einer möglichen Nato-Mitgliedschaft der Ukraine sagte Stoltenberg, dass jedes Land das Recht habe, über seinen eigenen Weg zu entscheiden. «Ob die Ukraine Nato-Mitglied wird, ist eine Frage, die von der Ukraine und den 28 Nato-Verbündeten entschieden wird - und von niemandem sonst», sagte der Generalsekretär. (cho/sda)

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