Aktualisiert 09.08.2011 18:10

Angriff auf SendeanlageNATO verteidigt Luftangriff auf Fernsehen

Nach der heftigen Kritik von UNESCO und Journalistenverbänden verteidigt die NATO ihren Luftangriff auf das libysche Fernsehen. Es habe keine Toten gegeben und Ziel sei nur die technischen Einrichtung gewesen.

Am 31. Juli 2011 zersörte die NATO mit einem gezielten Luftangriff die Sendeanlage des libyschen Fernsehens.

Am 31. Juli 2011 zersörte die NATO mit einem gezielten Luftangriff die Sendeanlage des libyschen Fernsehens.

Die NATO hat die internationale Kritik an ihrem Luftangriff im vergangenen Monat auf eine Sendeanlage des libyschen Fernsehens zurückgewiesen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass es bei dem Bombardement Todesopfer gegeben habe, sagte Sprecherin Carmen Romero am Dienstag in Brüssel. Ausserdem sei die Militärallianz nicht absichtlich gegen Journalisten vorgegangen. Ziel des Angriffs am 31. Juli seien Geräte gewesen, «die dazu genutzt wurden, zu Angriffen auf Zivilpersonen aufzustacheln».

Nach offiziellen libyschen Angaben wurden bei dem Luftangriff auf eine Satellitenanlage des Staatsfernsehens drei Journalisten getötet und 15 weitere verletzt. Britische Kampfflugzeuge hatten bei dem Angriff nach Angaben des Militärs Anti-Panzer-Raketen vom Typ Brimstone eingesetzt, die nur einen kleinen Sprengsatz haben. Diese Raketen wurden schön häufiger von der NATO bei den Angriffen auf Libyen eingesetzt, um möglichst zivile Opfer zu vermeiden.

Kritik von UNESCO und Journalistenverbänden

Internationale Journalistenverbände hatten den Angriff umgehend kritisiert, weil er nach ihrer Ansicht gegen die 2006 beschlossene UN-Resolution 1738 verstösst, die Angriffe auf Medien in Kriegszeiten untersagt und verurteilt. Am Montag hatte auch die Generaldirektorin der UN-Kulturorganisation UNESCO, Irina Bokowa, den Angriff verurteilt und erklärt, er verstosse gegen die Genfer Konventionen. (dapd)

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