«Ihr werdet zerstört»: NATO wirft Flugblätter über Libyen ab
Aktualisiert

«Ihr werdet zerstört»NATO wirft Flugblätter über Libyen ab

Die NATO forciert weiter den Kampf gegen das Gaddafi-Regime. Neben den Bomben auf Tripolis wirft das Bündnis nun auch Munition anderer Art ab. Südafrikas Präsident Zuma hat indes die NATO-Angriffe scharf verurteilt.

Kampfflugzeuge der NATO haben am späten Dienstagabend erneut Ziele in der libyschen Hauptstadt Tripolis angegriffen. Ob es bei den zwei Luftangriffen kurz vor Mitternacht Tote gegeben hatte, war zunächst nicht bekannt.

Zuvor hatte das Militärbündnis über der Stadt Slitan Flugblätter abgeworfen, in denen die Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi zur Aufgabe aufgerufen wurden. Auf den Flugblättern waren das Symbol der NATO sowie Bilder von einem Kampfhelikopter und einem brennenden Panzer zu sehen.

Gaddafi wendet sich ans Volk

«Es gibt keinen Ort, um sich zu verstecken. Es ist nicht zu spät, den Kampf zu beenden», hiess es in den Schreiben. «Wenn Ihr weiter Zivilpersonen bedroht, werdet Ihr zerstört.»

Angriffe auf Lanuf in Libyen

Nach einem wochenlangen Stillstand in den Kämpfen gegen libysche Regierungstruppen hatten die Rebellen am Dienstag Geländegewinne im Osten und Westen des Landes erzielt. Im Westen konnten sie Gaddafis Soldaten zurückdrängen und weiter Richtung Tripolis vorrücken.

Die Flüchtlinge in Ras Ajdir

Die Aufständischen erlitten aber einen Rückschlag, weil eine Raffinerie in der von ihnen kontrollierten Küstenstadt Misrata von Raketen getroffen und damit die Benzinversorgung unterbrochen wurde. Bei Kämpfen im Osten, wo die Rebellen die Ölstadt Brega zurückerobern wollen, kamen nach ihren Angaben bis zu 21 Menschen ums Leben.

Im Westen nahmen die Aufständischen die Stadt Kikla ein und rückten weiter in Richtung Slitan vor, wie Reuters-Fotografen berichteten. Kikla liegt etwa 150 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis entfernt.

Südafrikas Präsident verurteilt NATO-Angriffe auf Libyen scharf

Der südafrikanische Präsident Jacob Zuma hat die NATO-Angriffe auf Libyen scharf verurteilt. Er handele sich um «eine missbräuchliche Verwendung» einer von den arabischen und afrikanischen Staaten gestützten Resolution des UN-Sicherheitsrats, die eine Flugverbotszone über Libyen und den Einsatz von Gewalt zum Schutz der Zivilbevölkerung erlaube, sagte Zuma am Dienstag vor dem Parlament.

«Wir sind fest davon überzeugt, dass die Resolution missbraucht wird für einen Regierungswechsel, politische Morde und eine Besatzung durch ausländische Streitkräfte», sagte Zuma. Der Präsident war erst kürzlich im Auftrag der Afrikanischen Union (AU) zu Vermittlungsgesprächen in die libysche Hauptstadt Tripolis gereist. Die libyschen Rebellen hatten den AU-Vorschlag zu einem Waffenstillstand sowie Gesprächen abgelehnt. Sie fordern, vor dem Beginn von Verhandlungen müsse Machthaber Muammar al Gaddafi zurücktreten.

(Quelle: YouTube/RussiaToday) (sda)

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