Marco Padalino: «Natürlich mache ich auch so ein Tor»
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Marco Padalino«Natürlich mache ich auch so ein Tor»

Im letzten November gegen Finnland stand Marco Padalino vor seinem Nationalmannschafs-Debüt. Wegen einer Verletzung musste der 25-jährige Tessiner aber forfait geben. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. 20 Minuten Online stellt den Debütanten vor.

An der Pressekonferenz legte Trainer Ottmar Hitzfeld die Karten zumindest schon teilweise auf den Tisch: «Marco Padalino wird gegen Bulgarien von Anfang an spielen. Marco ist laufstark, schnell, agil und immer anspielbar. Er sucht die 1-gegen-1-Situationen, schlägt gute Flanken und schaltet sehr gut und schnell um. Die Offensive ist klar seine Stärke», ist Hitzfeld weiter voll des Lobes über seinen Neuling und ergänzt: «Wer Stammspieler in der Serie A ist, der muss auch defensiv solide sein.»

Doch da ereilen den Nati-Coach dann doch noch leichte Zweifel, doch aussprechen tut er es nicht. Bei Sampdoria Genua spielt der 25-jährige nämlich in einem 3-5-2-System und ist dort als einziger Spieler auf der Aussenbahn unterwegs. Er arbeitet dort nach vorne und nach hinten. Gegen Bulgarien muss sich der Mann aus Chiasso also umstellen, denn hinter ihm spielt Fernandes ebenfalls auf der Seite. Taktische Flexibilität erwartet Hitzfeld daher von seiner Entdeckung. «Er muss jetzt Räume öffnen und auch mal einen Weg ohne Ball gehen. Ich bin wirklich sehr gespannt, wie er das macht.»

Wer ist Padalino?

Marco Padalino ist ein junger Mann mit viel Charme, beinahe ein Italiener. Mit blauen Augen und einem verträumten Blick setzt er sich an den Tisch und stellt sich den wartenden Medien. Er bestätigt dann, was sein Blick schon verriet: Ein Traum sei es für ihn, diese nochmalige Einladung erhalten zu haben. «Ich war schon sehr verbittert, letzten November. Da bekommst du endlich das erste Nati-Aufgebot und dann verletzte ich mich unmittelbar vor dem Zusammenzug. Es wäre ein so wichtiges Erlebnis für mich gewesen. Natürlich hoffte ich dann, nochmal einmal eine Möglichkeit zu bekommen und jetzt bin ich natürlich sehr glücklich, dass ich hier sein kann.» Doch Padalino kann deswegen trotz dem bevorstehenden Debüt noch ruhig schlafen: «Nein, nein, das ist kein Druck, das sind alles riesige Emotionen.»

Der Empfang

Vor dem ersten Kontakt zur Mannschaft und den neuen Mitspielern war dann Padalino unerwartet ruhig geblieben. «Ich wurde sehr gut empfangen. Natürlich war der Captain Alex Frei sofort da, aber auch mit den anderen Spielern, die italienisch sprechen, kam ich sofort in Kontakt.» Padalino, der kein deutsch spricht und französisch zwar versteht, aber sich nicht zu sprechen getraut, überwand dadurch auch problemlos die Sprachbarriere. Und sein erster persönlicher Kontakt mit Ottmar Hitzfeld war zwar auch nur kurz, aber dennoch intensiv: «Er ist sehr ruhig und macht einen zielstrebigen Eindruck. In der Mannschaftssitzung wurde dann deutlich: Er ist eine tolle Persönlichkeit.» Eine wichtige Rolle bei der Integration spielte dann aber auch sein Teamkollege Reto Ziegler.

Das Sampdoria-Duo

Der ehemalige U21-Captain Reto Ziegler hatte sein Debüt gerade erfolgreich überstanden und konnte Marco somit auch weiterhelfen. «Schon im Vorfeld hatte mir Reto von der guten Stimmung im Team berichtet und natürlich auch über seinen Einstand. Das Tor gegen Finnland war schon der Hammer. Genau oben rein», blickte der Tessiner zurück und taute so langsam auf. Mit mehr als nur einem verschmitzten Lächeln antwortete er auf die Frage, ob er es dem jungen Vorbild am Mittwoch auch mit diesem Traumtor nachmachen wird: «Natürlich mache ich morgen auch so ein Tor.»

(gwl)

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