01.07.2014 04:39

Windpark Schwyberg

Naturschützer kämpfen weiter gegen Windanlagen

Auf dem Gipfel des Schwyberg sollen in Zukunft neun Windmasten stehen. Naturschutzorganisationen befürchten negative Auswirkungen und ziehen den Fall bis vor Bundesgericht.

von
Thomas Kohler
Die Groupe E Greenwatt SA will auf dem Schwyberg neun Windräder bauen. So wie auf diesem computeranimierten Bild stellt sich das Unternehmen in Zukunft dereinst vor.

Die Groupe E Greenwatt SA will auf dem Schwyberg neun Windräder bauen. So wie auf diesem computeranimierten Bild stellt sich das Unternehmen in Zukunft dereinst vor.

Die Naturschutzorganisationen Mountain Wilderness, Pro Natura, Stiftung Landschaftsschutz Schweiz und BirdLife Schweiz kämpfen weiter gegen die neun 140 Meter hohen Windkraftwerke, welche dereinst auf dem Schwyberg (FR) stehen und 9000 Haushalte mit Strom versorgen sollen. Nachdem das Kantonsgericht ihren Rekurs abgeschmettert hat, ziehen sie das den Fall nun an das Bundesgericht. Die projektierten Windanlagen würden einerseits die Landschaft zerstören, andererseits lägen sie mitten in einem Vogelzugs-Korridor, heisst es in einer gemeinsamen Medienmittelung der NGOs. Das Projekt gefährde zudem die Bestände von bedrohten und gefährdeten Vogelarten, die im Gebiet brüten. «Die Produktion erneuerbarer Energien darf keine wertvollen Naturgebiete und gefährdete Arten bedrohen», betonen die Vertreter der NGOs.

Die Organisationen erinnern aber auch daran, dass sie den Rechtsweg nur in Fällen beschreiten, welche der Gesetzgebung bezüglich Natur und Landschaft klar widersprechen würden. Dies betreffe nur einen kleinen Teil der geplanten Windanlagen. Das riesige Potenzial für die Nutzung der Windkraft soll an weniger problematischen Orten genutzt werden, heisst es in der Mitteilung.

Bei der Groupe E Greenwatt SA bedauert man den Weiterzug ans Bundesgericht. «Das ist wirklich schade», sagt Projektleiter Laurent Scacchi. «Wir müssen nun den Entscheid des Bundesgerichts abwarten und rechnen mit Verzögerungen. Bei der Projektplanung wurden die möglichen Beeinträchtigungen der Vögel untersucht und darauf eingegangen», ergänzt Laurent Scacchi.

Fürs Gericht fehlen wissenschaftliche Fakten

Das Freiburger Kantonsgericht ging Mitte Juni nicht auf die Forderungen der Naturschützer ein und wies die Beschwerde ab. Die Einwände wären zwar plausibel, jedoch gebe es keine exakten wissenschaftlichen Untersuchungen über die Auswirkungen von Windenergieanlagen auf Vögel, hält das Gericht in seinem 40-seitigen Urteil fest. Sicher würde der Bau und Betrieb der Windkraftanlagen das Störpotenzial von gefährdeten Arten erhöhen und einige Arten sogar aus dem Gebiet verdrängen. Der Schwyberg sei aber schon heute durch Strassen, Alphütten, Leitungen und durch die vielen Wanderer nicht mehr unberührte Natur, stellte das Gericht fest.

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