Aktualisiert 10.07.2015 07:48

Radikaler Vorstoss

Naturschützer will streunende Katzen töten

Weil sie Vögel und Reptilien jagen, sollen herrenlose Büsis getötet werden. Das fordert Pro-Natura-Politiker Johannes Jenny. Hauskatzen will er dafür einsperren.

von
pat
Ausgeprägter Jagdtrieb: Viele Vögel fallen jedes Jahr Katzen zum Opfer.

Ausgeprägter Jagdtrieb: Viele Vögel fallen jedes Jahr Katzen zum Opfer.

Kein Anbieter/Colourbox, Jne Valokuvaus

«Katzen töten auf qualvolle Art und Weise andere Organismen. So gesehen sind Katzen nicht tierschutzkonform», findet der Geschäftsführer von Pro Natura Aargau und damit einer der wichtigsten Naturschützer. Er sitzt zudem für die FDP im Grossen Rat.

Weil die Samtpfoten ihren Jagdtrieb nicht unterdrücken könnten und ihnen jedes Jahr zahlreiche Vögel, Reptilien und sogar junge Hasen zum Opfer fielen, fordert Johannes Jenny, dass herrenlose Katzen von Jägern abgeschossen werden, wie er gegenüber «SRF» sagt. Er weist darauf hin, dass verwilderte Büsis in Wäldern lebten, sich von Wildtieren ernährten, in der Regel krank seien und häufig nach langer Leidenszeit sterben würden. «Es ist wirklich so, dass es zu viele herrenlose Katzen gibt. Wir wollen, dass diese möglichst reduziert werden», so der prominente Politiker.

Ausgangssperre für Hauskatzen

Das Gesetz erlaubt es schon heute, streunende Katzen abzuschiessen – kaum ein Jäger ist aber dazu bereit. Jenny verlangt deshalb, dass das Gesetz verschärft und herrenlose Tiere im Kanton Aargau künftig getötet werden müssen.

Eine Interpellation hat er bereits am 30. Juni eingereicht. In seinem Vorstoss macht er einen weiteren brisanten Vorschlag: Hauskatzen sollen sich nicht mehr in der Natur bewegen können. Er möchte, dass sie eingefangen werden können, wenn sie sich 100 Meter vom Grundstück ihrer Besitzer entfernen. Diese würden gebüsst, sobald sie ihre Katzen frei laufen lassen. Und wenn die Eigentümer nicht ausfindig gemacht werden können, sollen die Tiere eingeschläfert werden.

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