Aktualisiert 17.02.2019 15:30

Sie will nicht UNO-Botschafterin werden

Nauert zieht Bewerbung zurück

Die Sprecherin des US-Aussenministeriums will aus familiären Gründen nicht mehr UNO-Botschafterin werden. Sie hatte der US-Präsident erst vor kurzem nominiert.

von
roy
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Heather Nauert hätte in die Fussstapfen von Nikki Haley treten sollen: Die Sprecherin des US-Aussenministerium während einer Rede in Washington: (29. Mai 2018)

Heather Nauert hätte in die Fussstapfen von Nikki Haley treten sollen: Die Sprecherin des US-Aussenministerium während einer Rede in Washington: (29. Mai 2018)

AFP/Mandel Ngan
Sie gilt als höchst loyal zu Aussenminister Mike Pompeo - und zu Trump.

Sie gilt als höchst loyal zu Aussenminister Mike Pompeo - und zu Trump.

AFP/Brendan Smialowski
Nauert wechselte 2017 als Sprecherin ins Aussenministerium.

Nauert wechselte 2017 als Sprecherin ins Aussenministerium.

AFP/Mandel Ngan

Die frühere Fernsehmoderatorin und derzeitige Sprecherin des US-Aussenministeriums in Washington, Heather Nauert, will nicht mehr neue Uno-Botschafterin ihres Landes werden. Sie hat ihre Bewerbung aus persönlichen Gründen zurückgezogen.

Sie bewerbe sich nicht länger für den Posten, erklärte die frühere Moderatorin des Nachrichtensenders Fox News und Sprecherin des Aussenministeriums am Samstag. Die vergangenen zwei Monate seit ihrer Nominierung seien für ihre Familie eine Strapaze gewesen, schrieb Nauert zur Begründung.

«Im Interesse meiner Familie»

US-Präsident Donald Trump hatte die 49-Jährige im Dezember für den Posten als Nachfolgerin der zurückgetretenen Uno-Botschafterin Nikki Haley nominiert. Ihr Rückzug erfolge «im Interesse meiner Familie» erklärte Nauert. Vorausgegangen war wochenlange Kritik und Spott an Trumps Personalentscheidung.

Nauert war früher Moderatorin des Trump-freundlichen konservativen Fernsehsenders Fox News und hatte bis zu ihrer Ernennung als Aussenamtssprecherin vor zwei Jahren keinerlei aussenpolitische Erfahrung gesammelt.

Illegal beschäftigtes Kindermädchen

Nauerts abrupter Rückzug kam dennoch überraschend, da die Bestätigung ihrer Kandidatur angesichts der Mehrheit der Republikaner im Senat als Formsache erschien. Die Nachrichtenagentur Bloomberg News berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen, ein Hintergrundcheck durch das Weisse Haus habe ergeben, dass Nauert ein ausländisches Kindermädchen beschäftigte, dass sich zwar legal in den USA aufhielt, aber keine Arbeitsgenehmigung hatte. Seine harte Haltung in Fragen der Einwanderung ist ein Markenzeichen von Präsident Trump.

Der Posten des US-Botschafters bei der Uno ist seit dem Jahreswechsel vakant. Die bisherige Botschafterin Nikki Haley war freiwillig aus dem Amt geschieden. Der früheren Gouverneurin des Bundesstaats South Carolina werden Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt.

Der stellvertretende Aussenamtssprecher Robert Palladino erklärte, Trump werde schon bald seinen neuen Kandidaten bekannt geben. Aussenminister Mike Pompeo erklärte, er habe «grossen Respekt» für Nauerts «persönliche Entscheidung» zum Rückzug.

Bekanntes TV-Gesicht

Nauert war eines der bekanntesten Gesichter des inzwischen zum Haussender Trumps avancierten Kabel-Nachrichtenkanals Fox News. Gemeinsam mit unter anderem Ainsley Earhardt moderierte sie das populäre aber wegen seiner einseitigen politischen Färbung kontroverse Frühstücksformat «Fox & Friends».

Unter Aussenminister Rex Tillerson wechselte Nauert 2017 als Sprecherin ins Aussenministerium und nutzte das dortige Vakuum zu einem fast kometenhaften Aufstieg zur Top-Diplomatin. Als Staatssekretärin sitzt die Mutter zweier Söhne inzwischen bei wichtigen internationalen Verhandlungen mit am Tisch. Ihre diplomatische Erfahrung beschränkt sich jedoch auf eineinhalb Jahre. Sie gilt als höchst loyal zu Aussenminister Mike Pompeo und zu Trump

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Die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, tritt per Ende Jahr von ihrem Amt zurück.

Die UN-Botschafterin der USA, Nikki Haley, tritt per Ende Jahr von ihrem Amt zurück.

AP/Bebeto Matthews
Präsident Donald Trump nominierte sie 2016 als UN-Botschafterin.

Präsident Donald Trump nominierte sie 2016 als UN-Botschafterin.

AP/Evan Vucci
Der Rücktritt überrascht: Erst vor einem Monat schrieb sie in der Washington Post: Sie sei stolz ein Teil der Regierung zu sein.

Der Rücktritt überrascht: Erst vor einem Monat schrieb sie in der Washington Post: Sie sei stolz ein Teil der Regierung zu sein.

epa/Justin Lane

(roy/sda)

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