Aktualisiert 30.03.2014 15:59

Demo-SamstagNause findet Polizei-Aufgebot angebracht

Trotz Aufrufen zu Demonstrationen von verschiedenen Kreisen ist es am Samstag in Bern friedlich geblieben. Das grosse Sicherheitsvorkommen wird nicht von allen gleich geschätzt.

von
Sophie Reinhardt

Insgesamt mehrere hundert Personen waren den verschiedenen Aufrufen gefolgt und hatten sich am Samstag in die Berner Innenstadt begeben. Trotzdem kam es zu keinen Ausschreitungen zwischen Links- und Rechtsautonomen. Der Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause glaubt, dass dies der Polizei zu verdanken ist: «Dank des polizeilichen Grossaufgebots konnte verhindert werden, dass sich die Gruppen formierten und es zu Konfrontationen zwischen den Gruppierungen kam.» Er würde wieder so handeln, wenn gegnerische Gruppen in Bern aufmarschieren möchten. Sachbeschädigungen seien nicht zuletzt dank den verstärkten Kontrollen verhindert worden.

Laut Polizei wurden in der Innenstadt zahlreiche Personen kontrolliert und darauf aufmerksam gemacht, dass unbewilligte Kundgebungen nicht toleriert werden. «Aus den Anhaltungen wissen wir, dass Linke und Rechte in der Stadt unterwegs waren», so Nause. Insgesamt 58 Personen wurden angehalten und weniger als vier Stunden festgehalten. Diese waren laut Polizei aus zehn verschiedenen Kantonen angereist. Beschlagnahmt hat die Polizei bei ihren Rundgängen in der Altstadt etwa Schmetterlingmesser, Peffersprays und auch eine schusssichere Weste.

Um allfällige spätere Ausschreitungen zu vermeiden, stand auch in der Nacht ein Polizeidispositiv in der Innenstadt im Einsatz. Laut Polizei wurden auch dort keine grösseren Zwischenfälle verzeichnet.

«Ein bisschen wie eine Polizeishow»

SVP Grossrat Thomas Fuchs war am Nachmittag in der Stadt und sah das Polizeidispositiv vor Ort: «Es war ein bisschen wie eine Show der Polizei», so Fuchs über das Grossaufgebot. Es hätte eine friedliche Stimmung geherrscht und er hätte gar Kinder gesehen, die mit ihren Familien in die Wasserwerfer geschaut hätten. Der SVP-Mann hält den grossen Einsatz für richtig: «Es war ein vorbildlicher Grosseinsatz, ohne diesen wäre es wohl zu Konfrontationen gekommen», so Fuchs. Dies glaubt auch der Präsident der CVP Stadt Bern, Daniel Wyss. In einer Mitteilung schreibt er: «Ich habe heute persönlich auch Personen gesichtet, die provoziert haben. Einzelne auch mit Masken. Die Lage war angespannt, und es hätte ohne Polizeiaufgebot auch ganz anderes ausgehen können.»

«Angst einflössender Einsatz»

Die Juso dagegen kritisiert den grossen Polizeieinsatz: «Man hätte auf den Grosseinsatz verzichten können», so Juso-Sprecher Lukas Blatter. Schliesslich seien die verschiedenen Demonstrationen abgesagt worden. Er sei selber vor Ort gewesen und habe das Dispositiv der Polizei als angst einflössend empfunden. Zudem kritisiert er, dass die Rechte auf Versammlungs- und Bewegungsfreiheit am Samstag von der Polizei krass verhindert wurde.

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