Abgesagte Kundgebung: Nause rügt Fiechter für seinen Besuch in Bern
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Abgesagte KundgebungNause rügt Fiechter für seinen Besuch in Bern

Obwohl seine Demonstration nicht stattfand, kam Nils Fiechter am Samstag nach Bern: Für Sicherheitsdirektor Reto Nause ein No-Go.

von
cho
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«Ich bin gekommen, um zu beobachten, nicht um zu demonstrieren»: Nils Fiechter am Samstagnachmittag vor dem Bundeshaus in Bern.

«Ich bin gekommen, um zu beobachten, nicht um zu demonstrieren»: Nils Fiechter am Samstagnachmittag vor dem Bundeshaus in Bern.

20 Minuten/cho
Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) stiess Fiechters Anwesenheit sauer auf: «Die Veranstaltung abzusagen und dann doch auf dem Bundesplatz zu erscheinen ist deplatziert», sagte Nause zum «Bund».

Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) stiess Fiechters Anwesenheit sauer auf: «Die Veranstaltung abzusagen und dann doch auf dem Bundesplatz zu erscheinen ist deplatziert», sagte Nause zum «Bund».

Keystone/Peter Schneider
Die Polizei hatte den Auftrag, keinerlei Kundgebungen zu tolerieren: Sie hatte deshalb Geländewagen mit Gittern und einen Wasserwerfer in der Innenstadt postiert.

Die Polizei hatte den Auftrag, keinerlei Kundgebungen zu tolerieren: Sie hatte deshalb Geländewagen mit Gittern und einen Wasserwerfer in der Innenstadt postiert.

20 Minuten/cho

Für die abgesagte Kundgebung «Wir sind direkte Demokratie» ging am Samstag niemand auf die Strasse. Einer liess sich jedoch trotzdem beim Bundesplatz blicken: Organisator Nils Fiechter. «Ich bin nicht hier, um zu demonstrieren, sondern um zu beobachten», sagte der JSVP-Politiker zu einem 20-Minuten-Reporter vor Ort. Er versicherte, dass er lediglich hier sei, um zu informieren, «falls etwa nicht alle mitbekommen haben sollten, dass die Kundgebung abgesagt wurde».

Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) stiess die Anwesenheit des Kundgebungs-Initanten sauer auf: «Die Veranstaltung abzusagen und dann doch auf dem Bundesplatz zu erscheinen ist deplatziert», so der Gemeinderat gegenüber der Zeitung «Der Bund». Fiechter sei nach der Berichterstattung der letzten Wochen ein bekanntes Gesicht. Was Nause besonders stört: Fiechter hatte den Anlass mit der Begründung abgesagt, Bern könne die Sicherheit der Teilnehmer nicht gewährleisten. «Vor dem Hintergrund dieser Kritik hat mich seine Anwesenheit verwundert», so Nause.

Die Kritik lässt Fiechter nicht gelten: «Herr Nause ist in der Stadt Bern sicher bekannter als ich – und er war auch beim Bundesplatz.»

Rechte und Linke in der Stadt

Auch wenn etliche Polizisten in der Innenstadt wenig beschäftigt schienen, war der Polizeieinsatz am Samstag laut Nause gerechtfertigt. Die Kantonspolizei Bern hätte Anhänger aus beiden Lagern in der Stadt ausgemacht. So wurden etwa Personen angetroffen, die laut Nause aus dem «rechtsnationalen Spektrum» kamen. Diese seien jedoch nicht als Gruppe aufgetreten.

Auf dem Vorplatz der Reitschule sei zudem eine Gruppe teilweise vermummter Personen beobachtet worden – zu einem Umzug sei es jedoch nicht gekommen.

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