Altstätten SGNavi führt Ambulanzen auf Irrfahrt
Krankenwagen aus Altstätten haben sich in zwei Wochen zwei Mal verfahren – das Navi führte die Sanitäter in Sackgassen. Dagegen können sie wenig machen.
- von
- vro

Ambulanzen der Rettung St.Gallen landeten zwei Mal innerhalb von zwei Wochen in einer Sackgasse.
In 15 Minuten sollte die Ambulanz bei akuter Lebensbedrohung beim Patienten sein. Das ist nicht immer einfach. Die Sanitäter des Spitals Altstätten SG haben dabei noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen. Vor rund einem Monat wurde ein Rettungswagen der Ambulanzorganisation Rettung St. Gallen von Altstätten nach Kriessern verlegt. Seither kämpfen die Einsatzkräfte während ihrer Einsätze mit der Technik.
Denn als die Ambulanz in einem Fall mit Blaulicht ins Gebiet Staffel ausrücken musste, stand sie plötzlich vor einer Sackgasse. Der Weg, den das Navigationsgerät vorgab, war nur für Fussgänger gedacht. Einer der Rettungssanitäter schnappte sich deshalb kurzerhand den Notfallkoffer und eilte zu Fuss zum Patienten. Der Fahrer der Ambulanz musste wenden und eine alternative Route nehmen. Als er beim Patienten ankam, war der Rettungssanitäter bereits vor Ort, schreibt das «St. Galler Tagblatt».
Neue Karten bereits veraltet
Kein Einzelfall: Bereits eine Woche zuvor lotste das Navi der Ambulanz die Rettungskräfte in eine Sackgasse, als sie ins Gebiet Höfli ausrücken mussten – einen halben Kilometer Luftlinie vom Spital Altstätten entfernt.
Das Problem könne auch durch regelmässige Aktualisierungen des Kartenmaterials der Navigationsgeräte nicht behoben werden, schreibt die Zeitung. Da immer irgendwo gebaut wird, sind die Karten auch immer bereits veraltet, wenn sie neu herauskommen.
Zwei Navis – keine Garantie
Selbst wenn eine Karte auf dem neusten Stand sei, führe die Route des Navis nicht immer über die direkten Wege, wie Günter Bildstein, Leiter Rettung St. Gallen, weiss. Als Beispiel nennt er einen Ambulanzstandort, von dem aus die Geräte stets einen Umweg über die Hauptverkehrsachse anzeige. Die Fahrer seien sich dessen allerdings bewusst und wählten den direkten Weg.
Um solche Irrfahrten möglichst zu vermeiden, sind die Ambulanzfahrzeuge der Rettung St. Gallen mit zwei voneinander unabhängigen Navigationssystemen ausgestattet. Ein fest installiertes Gerät erhält die Adresse von der Notrufzentrale, ein Tabletcomputer mit einem zweiten Navigationssystem dient als Kontrolle. Geholfen hat das in den Fällen von Altstätten jedoch nichts. Eine absolute Garantie gibt es also nicht.