Aktualisiert 09.10.2012 09:34

Duelle gegen MännerNavratilova und Williams kamen unter die Räder

Lindsey Vonn will bei einer Abfahrt der Männer antreten. Könnte die «Speed-Queen» mithalten? Bei ähnlichen Vergleichen im Tennis scheiterte die Damen-Welt jeweils kläglich.

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pre/fox

PR-Gag oder bitterer Ernst? Lindsey Vonn sorgt mit ihrer Ankündigung, in einer Weltcup-Abfahrt der Männer mitfahren zu wollen, für viel Aufsehen. In einem Brief an FIS-Renndirektor Günter Hujara hat die bald 28-jährige Amerikanerin um eine Starterlaubnis am 24. November im kanadischen Lake Louise gebeten. Beim internationalen Skiverband prüft man nun, ob man Vonn antreten lassen will.

Doch wie schnell wäre Vonn? Könnte die «Speed-Queen», die bei den Frauen fünfmal in Serie den Abfahrts-Weltcup gewonnen hat, mit den besten Männern mithalten. Experten rechnen mit etwa fünf Sekunden Rückstand von Vonn auf die Spitze. Damit wäre sie in Lake Louise 2011 auf dem 64. und viertletzten Rang gelandet.

Vonn lehnt sich vor dem möglichen Geschlechter-Kampf nicht aus dem Fenster. «Ich möchte eine einzige Chance im Leben haben, gegen die Männer zu fahren. Das ist etwas, was ich immer machen wollte. Ich habe immer versucht, meine skifahrerische Leistung auf die nächste Stufe zu bringen und eine neue Herausforderung zu finden», erklärt sie gegenüber der «New York Times».

Williams-Schwestern gehen unter

Vonn ist nicht die erste Frau, die gerne gegen die Männer antreten würde. Die Williams-Schwestern posaunten 1998 – damals waren Serena und Venus 16 und 17 Jahre alt und auf dem Weg an die Spitze – aus, dass sie jeden Mann ausserhalb der Top 200 in der ATP-Weltrangliste schlagen würden. Der damals 32-jährige Deutsche Karsten Braasch (ATP 203) meldete sich umgehend und schlug Venus in einem Satz 6:2, Serena sogar 6:1. Nach eigenen Angaben hatte Braasch vor den Matches zwei Bier getrunken und am Morgen noch eine Runde Golf gespielt. «Gegen die Top 500 der Männer, keine Chance», lautete am Schluss sein Kommentar. Zudem habe er wie jemand auf Position 600 gespielt, um den «Spass» im Spiel zu halten.

Ein Jahr später unternahm Serena Williams, die damals gerade ihren ersten Grand-Slam-Titel gewonnen hatte, noch einen Versuch und beantragte eine Wildcard für das ATP-Turnier von Stuttgart. Doch die Amerikanerin kriegte eine Abfuhr. «Um bei einem ATP-Turnier zu spielen, muss man Mitglied der ATP sein. Serena Williams kann aber kein ATP-Mitglied werden, weil sie eine Frau ist. Damit ist alles beantwortet», lautete damals die Begründung.

Connors setzt auf sich und gewinnt

Als «The Battle of Champions» ging 1992 das Duell zwischen Jimmy Connors und Martina Navratilova in die Geschichtsbücher. Navratilova lehnte davor Partien gegen John McEnroe und Ilie Nastase ab, weil sie diese nicht als «würdevoll» genug für so ein Duell bezeichnete. Der 40-jährige Connors besiegte im Geschlechterkampf seine fünf Jahre jüngere Landsfrau mit 7:5 und 6:2, obwohl er nur einen Aufschlag zur Verfügung hatte und bei ihm links und rechts das Feld Einzelfeld je um 70 Zentimeter verbreitert wurde. Conners war vor der Partie extrem nervös. Warum? Es ging das Gerücht um, er habe eine hohe Wettsumme auf sich selbst gesetzt. 4:1 lautete seine Quote.

Vor Connors trat Bobby Riggs zweimal gegen Frauen an. Mit 55 Jahren behauptete er, dass er die besten Frauen der Welt auf dem Court immer noch besiegen würde. Gegen die damals 30-jährige Top-Spielerin Margaret Court siegte er tatsächlich 6:2, 6:1. Kurz darauf bezog er im zweiten «Battle of the Sexes» im gleichen Jahr gegen Billie Jean King allerdings eine 4:6, 3:6, 3:6 Schlappe.

Yannick Noah im BH

Ganz so ernst waren die Partien zwischen Mann und Frau nicht immer. Yannick Noah – bekannt für seine Faxen auf dem Court – verkleidete sich 2003 bei einer Exhibition gegen Justine Henin-Hardenne als Frau und siegte in einem Spass-Spiel trotzdem 4:6, 6:4, 7:6 (Video unten).

Yannick Noah gegen Justine Henin-Hardenne. (Quelle: YouTube)

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