27.07.2020 16:52

3 mit Sex

«Nay! Ich bin fix nicht lesbisch»

Ella hat es wirklich probiert, das mit den Frauen und dem Sex. Ihre Hetero-gähn-Normalität frustriert sie.

von
Ella
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Lars
Lars

Er ist ein schwuler Designer aus dem Aargau. WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, in und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Anna Deér
Ella
Ella

Sie ist single mit wechselnden Liebschaften. Verliebt sich wahllos. Sucht Mr. Right und vertreibt sich die Zeit mit amourösen Fettnäpfchen und seltsamen Begegnungen zwischen feuchten Laken.

Anna Deér

Darum gehts

  • Ella hatte kürzlich mit Bruce einen Vierer: Zwei Männer, zwei Frauen.
  • Das Erlebnis mit Nina-Nala war aber anders, als erwartet.
  • Ella behauptete stets, dass sie bi wäre. Doch als Nina ihren Kopf zwischen Ellas Beine stecken wollte, musste sie raus aus der Situation.
  • Damit war für Ella der Vierer beendet – und die Lust verflogen.

Bruce hat ja schon gespoilert, vorletzte Woche (Danke, Bruce, das war so nicht unbedingt vereinbart!). Wir hatten also einen Vierer, der bei uns auf dem Balkon begann und bei ihm im Bett endete, Lea kann es bezeugen, sie hat nämlich einen Grossteil davon mitgespannert. Mit Lea habe ich mal gearbeitet, aber ehrlich, ich hoffe, ich sehe sie nicht wieder, weil sie weiss jetzt einfach zu viel. Egal!

Also, der Vierer: Zwei Männer, zwei Frauen, ein Bett. Beziehunsgweise zwei Penisse, vier Brüste, zwei Vaginen. Mit den Penissen hätte ich locker dealen können, wobei sich der eine vor lauter Schreck über so viele anwesende Geschlechtsorgane quasi in sich selbst verkrochen hat, der andere jedoch ganz normal zu bedienen war. (Edit: Bruce legt Wert auf die Feststellung, dass er der Träger des Durchschnittspenisses war.) Und ich lege Wert auf die Feststellung, dass es heute mal überhaupt gar nicht um Penisse geht! Sondern um mich und Nala oder Nina, wir wissen bis heute leider nicht, wie sie wirklich heisst. Und um mein komplett unentspanntes Verhältnis zu Sex mit Frauen.

«Ob ich ihre harten Nippe geil fand? Null!»

Nala-Dings sass also in dieser Tropennacht auf meinem Balkon, ihr langes, haselnussbraunes, leicht gewelltes Haar ergoss sich auf ein Hippie-Batik-Kleid, am Fuss trug sie bimmelnde Kettchen. Bald war das Kleidchen weg und die Haare kitzelten ihre Nippel, sie hatten dieselbe Farbe wie ihre Lippen und waren nicht zu klein, nicht zu gross. So fand ich es ganz gut, als Nala-Weissnichtmehrwie mir zuerst ihre Zunge, danach ihre Nippel in den Mund steckte. Ich küsste und saugte an ihnen, wie es schon viele Männer an meinen gemacht hatten und spürte, wie ihre Nippel hart wurden dabei.

Ob ich das geil fand? Null! Aber ich mochte es, ihre Brüste zu berühren, weil ich Brüste allgemein sehr schön finde. Nala-Dingsens Haare dagegen fasste ich richtig gerne an,ein weicher, hübscher Plätscher-Schopf. Knutschen war ebenfalls okay, ich hatte die Augen geschlossen und Nina-Nala-Oderso küsste fein und spielerisch und vergass nicht, ihren eigenen Speichel hin und wieder hinunterzuschlucken.

Neben Nala-Trallala waren noch Peter und Bruce mit von der Partie. Peter fand ich trotz seines Namens ein recht hottes Stückli, er hatte diesen verwegenen Blick und einen 5-Tage-Bart, der ihm ausgezeichnet stand. Ich setzte mich auf seinen Schoss und knutschte etwas mit ihm, worauf Bruce und Nala-Nina sich ebenfalls gegenseitig die Zungen in den Rachen steckten. Peter hielt meine Haare beim Küssen, ein Move, der mich schon immer schwach machte. Seine Hand unter meinem Shirt streichelte sanft meine Brüste. Ich hatte Gänsehaut, so schön war es. Welten besser als das, was Nala-Irgendöppis mit mir angestellt hatte. Lag es wirklich nur daran, dass Nala eine Frau war? Weil eigentlich hatte sie nichts falsch gemacht. Wenigstens nicht bis zu diesem Punkt.

«Ich stöhnte, weil ich dachte, dass das von mir erwartet wird»

Nina-Nala war offensichtlich nicht ganz happy mit Bruce. Immer wieder schielte sie zu mir rüber, dann wand sie sich aus Bruce’s Armen und drängte sich zwischen Peter und mich. Das fand ich gar nicht gut, aber ich wusste auch, dass dies keine Exklusiv-Show zwischen Peter und mir werden sollte, sondern ein fröhliches Vierer-Gefummle. Worauf ich eigentlich gar keine Lust hatte – aber einen Ausweg, der mich nicht als verklemmte Dudette dastehen liess, sah ich nicht.

Später in Bruce’s Schlafzimmer wurde Nila-Nala fast etwas aggressiv: Sie setzte sich auf mich, küsste mich fordernd, während ihre Hände unter mein Kleid und zwischen meine Beine wanderten. Ich glaube, ich stöhnte auf, als sie begann, meine Klitoris zu reiben. Aber nicht etwa aus Erregung, sondern weil ich das Gefühl hatte, dass das von mir erwartet wird. Ein geflissentlicher Drehbuch-Stöhner quasi. Von einer Frau stimuliert zu werden, die bestimmt besser als der Durchschnittsmann weiss, wie Frauen berührt werden wollen – das sollte mich doch geil und glücklich machen?! Nala-Dingsdangs wertete mein Stöhnen jedenfalls als Zuspruch und drang mit einem Finger in mich ein. Ich warf Bruce einen verzweifelten Blick zu. Keine Reaktion.

Ich musste mich selbst aus dieser Situation befreien, denn mittlerweile war der kleinste Funken Lust bei mir erloschen. Schon streifte Nala mir den Tanga ab und begann, meine Oberschenkel zu küssen. Ich sah ihren Kopf zwischen meinen Beinen, ihre Finger, ihre Hände, die meine Beine spreizten und ich wusste in dem Moment, dass das so keinen Zentimeter mehr weiterging. Ich drückte meinen Beine zusammen, zog Nila-Nala an der Schulter weg. Sie sah mich fragend an. Ich schüttelte den Kopf. «Sorry.»

«Ich selbst war auch nicht mehr motiviert, eher richtig frustriert»

Danach verdrückte ich mich aufs Klo. Mit Peter zu schlafen, war in Nalas Gegenwart nicht möglich. Ausserdem war offensichtlich, dass Peter keinen mehr hochkriegte. Ich selbst war auch nicht mehr motiviert, nein eigentlich sogar richtiggehend frustriert. Ich war offensichtlich kein bisschen lesbisch. In den queeren Kreisen, in denen ich mich rumtreibe, sind alle mindestens bi. Und ich Grossmaul hatte bisher dasselbe über mich behauptet. Kann ich ja gleich Gartenzwerge aufstellen, Apfelschnitzchen in Tupperwares transportieren oder Grünliberale wählen. Ich war einfach eine scheissnormale Heti, die jeden dahergelaufenen Penis-Träger einer Frau vorzieht, wenn es um Sex geht – zum Heulen eigentlich und totally booooring.

Ich hörte, wie Bruce sich von den anderen verabschiedete. Dann klopfte er an die Badezimmertür und setzte sich zu mir auf den Badewannenrand. Ich liess meinen Kopf auf seine Schulter sinken. «Du schläfst heute bei mir, okay?», sagte er. «Wir sprechen morgen über alles.» Und so lagen wir aneinander gekuschelt im Bett, keine Spur Erotik zwischen uns, wir hätten statt Mann und Frau auch Gurke und Pokémon sein können. Auf der Stelle schlief ich ein.

Sex-WG

3 mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so, und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gern durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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