Nazi-Verbrecher darf nicht arbeiten
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Nazi-Verbrecher darf nicht arbeiten

Der verurteilte frühere SS-Hauptsturmführer Erich Priebke muss bis auf weiteres auf seine Arbeitserlaubnis verzichten, darf also sein Haus nicht mehr verlassen.

Ein Gericht in Rom habe die Erlaubnis vorübergehend ausser Kraft gesetzt, weil Priebke die Behörden nicht ausreichend über seine Tätigkeit informiert habe, berichtete die Nachrichtenagentur ANSA am Montag. Ein Militärgericht hatte dem unter Hausarrest stehenden 93-Jährigen erlaubt, in der Kanzlei seines Anwalts als Übersetzer mitzuarbeiten.

Priebke habe nicht angegeben, wann er arbeite und wie seine Tätigkeit konkret aussehe, berichtete ANSA. Sein Anwalt Paolo Giachini hatte vergangene Woche erklärt, Priebke dürfe seit dem vergangenen Monat für die Übersetzertätigkeit seine Wohnung verlassen. Er komme ins Büro, wenn dies erforderlich sei.

Auf einem Motorrad wurde Priebke am Montag in die Kanzlei gefahren, was wütende Proteste auslöste. Verteidigungsminister Arturo Parisi bestellte einen Militärstaatsanwalt zur Klärung der Angelegenheit ein.

Priebke war am 24. März 1944 in der Nähe von Rom an der Erschiessung von 335 italienischen Zivilpersonen beteiligt. Das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen war eine der blutigsten Gräueltaten der deutschen Wehrmacht in Italien. Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich Priebke in Argentinien versteckt, 1995 wurde er nach Italien ausgeliefert und 1997 wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt. Wegen seines hohen Alters steht er unter Hausarrest.

Der frühere SS-Mann hat zugegeben, zwei Menschen erschossen zu haben. Zudem habe er mitgeholfen, die Opfer zusammenzutreiben. Doch bekräftigte er stets, er habe nur Befehlen gehorcht. (dapd)

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