Aktualisiert 20.06.2008 17:39

NS-VerbrechenNazi-Verbrecher gesteht Beteiligung an Deportationen

Der mutmassliche kroatische NS- Verbrecher Milivoj Asner hat seine Beteiligung an der Deportation im 2. Weltkrieg zugegeben. Der 95-jährige erklärte in einem Interview, er habe die Menschen nicht in Konzentrationslager verschickt.

Die Juden und Serben seien sondern nur in ihre Heimatländer gebracht worden, behauptete Asner. Loyalen Staatsbürgern Kroatiens sei nichts geschehen, betonte er im Interview, das er dem staatlichen kroatischen Fernsehen in seinem Wohnort Klagenfurt in Österreich gab und das am Donnerstagabend ausgestrahlt wurde.

Asner steht auf der Fahndungsliste der meistgesuchten NS-Täter des Simon-Wiesenthal-Zentrums an vierter Stelle. Der internationalen jüdischen Menschenrechtsorganisation zufolge war Asner während des Krieges als Polizist im von Nazi-Deutschland unterstützten faschistischen Ustascha-Regime an Kriegsverbrechen beteiligt.

Angeblich dement

Bis 2005 lebte Asner unerkannt in Kroatien. Nachdem er aufgespürt und in seiner Heimat angeklagt wurde, floh er nach Österreich. Ein kroatisches Auslieferungsgesuch haben die österreichischen Behörden wegen des schlechten Gesundheitszustands Asners abgelehnt - zuletzt an diesem Freitag.

Ein medizinisches Gutachten habe erneut ein Demenzleiden Asners bestätigt, wie die Staatsanwaltschaft in Klagenfurt am Freitag mitteilte. Die britische Boulevard-Zeitung «The Sun» hatte am Montag Fotos abgedruckt, die Asner mit seiner Frau auf einer Terrasse und beim Spaziergang inmitten von Fussballfans zeigen.

(sda)

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