Aus Gefängnis heraus: Nazis kommunizierten in Kleinanzeigen
Aktualisiert

Aus Gefängnis herausNazis kommunizierten in Kleinanzeigen

Inhaftierte deutsche Neonazis standen mit ihren Gesinnungsgenossen draussen in Kontakt - durch Zeitungsinserate und geheime Codes in Briefen. Jetzt kamen die Behörden ihnen auf die Spur.

von
phi

Rechtsradikale Häftlinge in Deutschland versuchen, aus Gefängnissen heraus ein Netzwerk für Gesinnungsgenossen aufzubauen. Dabei sollte auch Kontakt zu Mitgliedern des «Nationalsozialistischen Untergrunds» aufgebaut werden, berichten «Bild» und die «Süddeutsche Zeitung».

Die Nazis haben sich demnach geheimer Codes bedient, die für Aussenstehende nur schwer zu erkennen sind. Die Botschaften sollen durch Briefe, aber auch durch Kleinanzeigen in unverdächtigen Magazinen verbreitet worden sein.

Bei Zellen-Durchsuchungen in Haftanstalten in Hessen sei vergangene Woche umfangreiches Beweismaterial sichergestellt worden sein. «Wir wollen Fehler von Sicherheitsbehörden im Zusammenhang mit den Straftaten des NSU nicht im Strafvollzug wiederholen», sagte Hessens Justizminister Jörg-Uwe Hahn der «Bild».

Hinter dem braunen Netzwerk steckt unter anderem ein 38-Jähriger, der die NSU-Terroristen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt 2006 in Kassel getroffen haben will. Ausserdem erzählte er Beamten im Dezember 2011, er habe das Duo auch in Zwickau besucht. Für «Informationen über diverse Netzwerke» wollte der Mann vorzeitig entlassen werden, doch die Polizei ging davon aus, der Nazi habe «wissentlich falsche Angaben» gemacht.

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