03.11.2020 10:25

Keine Anschlagspläne bekanntNDB gibt nach Terror in Wien Entwarnung für die Schweiz

Die Terroranschläge in den Nachbarländern erschrecken. Der Nachrichtendienst des Bundes gibt für die Schweiz Entwarnung: Konkrete Anschlagspläne lägen hierzulande nicht vor. Die Terrorbedrohung bleibe jedoch erhöht.

von
Céline Krapf
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In Wien sind am Montagabend an sechs Orten Schüsse gefallen.

In Wien sind am Montagabend an sechs Orten Schüsse gefallen.

Heute.at
Mehrere Personen in Restaurants sollen verletzt worden sein.

Mehrere Personen in Restaurants sollen verletzt worden sein.

Heute.at
Die Anzahl der Verletzten ist derzeit noch unklar.

Die Anzahl der Verletzten ist derzeit noch unklar.

Leserreporter

Darum gehts

  • In Wien gab es am Montagabend einen Terroranschlag, mehrere Menschen kamen ums Leben, viele sind verletzt.

  • Die Polizei spricht von sechs verschiedenen Tatorten.

  • Der Schweizer Nachrichtendienst des Bundes gibt für die Schweiz Entwarnung: Es lägen keine Anschlagspläne vor.

Seit dem Terroranschlag in Nizza am vergangenen Donnerstag herrscht in Frankreich die höchste Terrorstufe. Wie Wien auf den Anschlag am Montagabend reagiert, steht noch aus. Kanzler Sebastian Kurz tritt um 11.30 Uhr vor die Medien (20 Minuten tickert live).

Wie gefährlich ist die Situation in der Schweiz? Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) gibt Entwarnung: Es lägen keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in der Schweiz vor. Aber: «Die Terrorbedrohung in der Schweiz bleibt erhöht», schreibt Mediensprecherin Isabelle Graber.

Der NDB weise allerdings darauf hin, dass ein terroristisches Ereignis wie beispielsweise auch jenes in Morges Mitte September kurzfristig radikalisierte oder psychisch instabile Einzelpersonen dazu ermutigen könnte, ebenfalls zur Tat zu schreiten. «Daraus resultierende Reaktionen von gewalttätigen Rechtsextremen gegenüber Mitgliedern oder Symbolen der muslimischen Gemeinde in der Schweiz sind ebenfalls möglich», schreibt Graber.

Persönliche Krisen als Radikalisierungsgrund

Die Anschlagsziele in Wien und Nizza überraschen den Nachrichtendienst nicht: «Nach Einschätzung des NDB sind Anschläge auf weiche Ziele wie Menschenansammlungen mit geringem organisatorischen und logistischen Aufwand, ausgeführt von Einzeltätern oder Kleingruppen, aktuell für die Schweiz die wahrscheinlichste Bedrohung.»

Als Täter in Frage kämen in der Schweiz radikalisierte Personen mit direktem, als auch mit indirektem Kontakt zu einer jihadistischen Gruppierung. «Darunter fallen zunehmend auch Täter, deren Radikalisierung und Gewaltorientierung eher in persönlichen Krisen oder psychischen Problemen als in ideologischer Überzeugung wurzeln», schreibt Graber.

Die Terrorbedrohung werde weiterhin massgeblich durch die Terrormiliz Islamischer Staat, seine Unterstützer und Sympathisanten geprägt, gibt der Nachrichtendienst bekannt. Insbesondere im Irak würden regionale Gruppierungen langfristig wieder an Stärke gewinnen, so die Mediensprecherin. «Ihre Fähigkeiten zur Planung, Vorbereitung und Durchführung von externen Operationen könnten dadurch wieder zunehmen. Dies könnte auch europäische Länder betreffen.»

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