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Neue Corona-StudieNeandertaler-Gene erhöhen Risiko für schweren Corona-Verlauf

In Europa hat jeder sechste Mensch Gene vom Neandertaler - unserem ausgestorbenen Verwandten. Nun kam eine Studie zum Schluss, dass sich diese Steinzeit-Gene negativ auf den Corona-Krankheitsverlauf auswirken können.

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Gemäss einer Studie haben Personen mit dem Neandertaler-Erbe schwerere Corona-Verläufe.

Gemäss einer Studie haben Personen mit dem Neandertaler-Erbe schwerere Corona-Verläufe.

KEYSTONE
«Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die diese Genvariante geerbt haben, bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 künstlich beatmet werden müssen, ist etwa dreimal höher», so Hugo Zeberg vom Max-Planck-Institut. 

«Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die diese Genvariante geerbt haben, bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 künstlich beatmet werden müssen, ist etwa dreimal höher», so Hugo Zeberg vom Max-Planck-Institut.

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Es hat sich herausgestellt, dass der moderne Mensch Genvarianten vom Neandertaler geerbt haben, als sich diese vor etwa 60’000 Jahren mischten. 

Es hat sich herausgestellt, dass der moderne Mensch Genvarianten vom Neandertaler geerbt haben, als sich diese vor etwa 60’000 Jahren mischten.

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Darum gehts

  • Vor etwa 60’000 Jahren vermischte sich der Neandertaler mit dem modernen Menschen.
  • Menschen die das genetische Erbe vom Neandertaler geerbt haben, haben im Fall einer Corona-Erkrankung ein- bis zu dreimal höheres Risiko künstlich beatmet werden zu müssen.
  • Es handelt sich um eine Gruppe von Genen, welche Gencluster genannt werden.
  • In Europa hat einer von sechs Menschen diese Genvariante in sich.
  • Nun muss erforscht werden, warum das genetische Erbe für Corona-Infizierte so gefährlich sein kann.

Einer Studie zufolge gibt es einen möglichen Zusammenhang zwischen dem uralten Neandertaler-Erbe in unserem Erbgut und schweren Verläufen von Covid-19. Das berichten Forschende im Fachmagazin «Nature».

«Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen, die diese Genvariante geerbt haben, bei einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 künstlich beatmet werden müssen, ist etwa dreimal höher», erklärte Hugo Zeberg vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig (MPI EVA).

Die Variante ist ein weiterer Risikofaktor zusätzlich zu vielen schon länger bekannten wie Alter und manchen Vorerkrankungen. Eine Studie im Sommer hatte ergeben, dass eine Gruppe von Genen auf Chromosom 3 mit einem höheren Risiko einhergehen kann, im Falle von Covid-19 im Krankenhaus behandelt und künstlich beatmet werden zu müssen.

Menschen erbten Genvariante von Neandertalern

Zeberg und sein MPI-Kollege Svante Pääbo haben den Gencluster nun analysiert und gezielt mit dem Erbgut von Neandertalern und Denisova-Urmenschen verglichen. Die DNA-Sequenz in der für ein höheres Risiko sorgenden Variante des Clusters sei den DNA-Sequenzen eines etwa 50'000 Jahre alten Neandertalers aus Kroatien sehr ähnlich.

«Es hat sich herausgestellt, dass moderne Menschen diese Genvariante von den Neandertalern geerbt haben, als sie sich vor etwa 60'000 Jahren miteinander vermischten», sagte Zeberg, der auch am Karolinska-Institut in Stockholm forscht.

Südasiaten tragen Genvariante besonders häufig

Es gebe erhebliche Unterschiede hinsichtlich der regionalen Verbreitung dieser genetischen Variante, erläuterte das Forscherduo weiter. Besonders häufig findet sie sich demnach bei Menschen in Südasien, wo etwa die Hälfte der Bevölkerung sie im Genom trage, in Bangladesch sogar 63 Prozent. In Europa habe etwa einer von sechs Menschen (rund 16 Prozent) sie geerbt – in Afrika und Ostasien komme die Variante hingegen so gut wie gar nicht vor.

Eine Erklärung dafür, warum Menschen mit der Genvariante ein höheres Risiko haben, gebe es bisher nicht. «Es ist erschreckend, dass das genetische Erbe der Neandertaler während der aktuellen Pandemie so tragische Auswirkungen hat», sagte Pääbo. «Warum das so ist, muss jetzt so schnell wie möglich erforscht werden.»

(ogi/SDA)

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166 Kommentare
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David Brunner, Wetzikon

01.10.2020, 12:03

Die Wissenschaft und noch mehr die angebliche Wissenschaft wird gerne propagandistisch missbraucht.

Glücklicher

01.10.2020, 07:15

Dann kann ich meinem Gen-Pool bloss danken, meine Grosseltern kommen aus verschiedenen Regionen von Europa! :)

Nick

01.10.2020, 02:16

wir haben Neanderthaler im BR.