Neapel: Abfall weg mit altem Rezept
Aktualisiert

Neapel: Abfall weg mit altem Rezept

Die italienische Regierung hat einen Plan vorgelegt, wie sie die Abfallberge in Neapel rasch abbauen will. Die Lösung liegt auf der Hand.

Abhilfe soll die provisorische Wiedereröffnung mehrerer Deponien in der Region schaffen.

Wie der von der Regierung beauftragte Sonderkommissar, Gianni De Gennaro, vor den Medien sagte, sollen drei gesperrte Deponien neu eröffnet werden. Weitere drei Abfallhalden sollen vorübergehend in Betrieb gesetzt werden. Insgesamt sollen in den Deponien über eine Million Tonnen Abfall untergebracht werden.

«In den nächsten zehn Tagen müssen wir ein System neuer Deponien organisieren, in denen bis zu einer Million Tonnen Unrat entsorgt werden können. In diesen Deponien müssen 10 000 Tonnen Abfall pro Tag untergebracht werden. Auf diese Weise werden wir einen Weg aus der Krise finden», sagte De Gennaro.

Dank des Einsatzes des Militärs beim Abfallsammeln seien in den vergangenen Tagen rund 35 000 Tonnen Unrat von den Strassen Neapels entfernt worden, sagte De Gennaro. Zudem seien die Lokalbehörden Kampaniens, der Region um Neapel, aufgefordert worden, in den nächsten Wochen einen Plan zur Mülltrennung vorzulegen.

Camorra-Deponien beschlagnahmt

Weiter teilte De Gennaro mit, sieben illegale Deponien seien beschlagnahmt worden. In diesen Deponien habe die Camorra, die neapolitanische Mafia, Tonnen von gefährlichem Giftmüll illegal entsorgt.

Die Müllkrise im Grossraum Neapel schwelt bereits seit 14 Jahren. Die bestehenden Deponien sind überfüllt, betroffene Gemeinden blockieren die Errichtung neuer.

Mitglieder der Camorra unterwanderten nach Angaben der Behörden die Stadtreinigung. Ausserdem soll eine chaotische Bürokratie für die Krise mitverantwortlich sein.

(sda)

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