Seltener Fund in Zürich: Neben der Schule lag eine Keltische Frau begraben
Aktualisiert

Seltener Fund in ZürichNeben der Schule lag eine Keltische Frau begraben

Bei der Sanierung der Schulanlage Kern im Zürcher Stadtkreis 4 stiessen Bauarbeiter auf mehr als nur Erde: Sie förderten ein über 2000 Jahre altes Grab zu Tage.

von
ced

Hier liegt eine Frau, die vor 2000 Jahren gestorben ist. (Video: Stadt Zürich)

Das keltische Frauengrab befand sich unmittelbar vor der Westfassade des Schulhauses, wie das Amt für Städtebau am Freitag mitteilte. Es war Anfang März im Zusammenhang mit den Sanierungsarbeiten an der Schulanlage entdeckt worden.

Die Frau war in einem Baumsarg beigesetzt worden. Die Form des ausgehöhlten Baumstammes war anhand der Holzreste noch gut erkennbar. Nur mehr spärlich vorhanden waren die Knochen des Skelettes.

«Sehr seltener Fund»

Die Frau trug einen bronzenen Armring sowie einen Brustschmuck mit Perlen aus blauem und gelbem Glas und Bernstein. Ihre Gewänder verschloss sie mit mehreren Eisenfibeln. Herausragend sei die feingliedrige Gürtelkette aus Bronze mit variablem Hakenverschluss und Anhängern, heisst es weiter.

Anhand der Objekte lässt sich das Grab in die jüngere Eisenzeit um etwa 250/200 vor Christus einordnen. Es handelt sich um einen «sehr seltenen, prähistorischen Grabfund auf Stadtgebiet». Zwar wurden seit 1898 in der Nähe immer wieder alte Gräber gefunden, aber diese stammten aus dem Frühmittelalter, also aus der Zeit ab vom 6. bis 11. Jahrhundert nach Christus.

Bereits das zweite Grab im Schulhausareal

Eine Ausnahme bildet ein einzelnes Grab eines keltischen Mannes mit Schwert, Schild und Lanze, das 1903 beim Bau der Turnhalle Kern entdeckt wurde. Gemäss Mitteilung könnte er der Begleiter der jetzt zum Vorschein gekommenen Frau sein. Die beiden Grabstellen liegen allerdings 80 Meter voneinander entfernt.

Die Objekte des Frauengrabs werden nun im Labor gereinigt und restauriert. Anhand der Knochen soll unter anderem geklärt werden, wie alt die Frau war. Bisher unklar ist, wo sich die Siedlung befand, in der die Menschen lebten. Die restaurierten Funde sollen später öffentlich zugänglich gemacht werden. (ced/sda)

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