Corona-Dokumente: Darknet-Händler verhökern gefälschte negative Corona-Tests und Impfpässe
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Corona-DokumenteDarknet-Händler verhökern gefälschte negative Corona-Tests und Impfpässe

Viele Personen müssen sich noch Wochen oder Monate gedulden, bis sie einen Impf-Termin buchen können – oder wollen sich gar nicht impfen lassen. Im Darknet bieten unzählige Händler für diese Zwecke gefälschte Tests und Impf-Bescheinigungen an.

von
Dominique Zeier
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Negative-Corona-Tests und Impf-Bescheinigungen werden im Darknet angeboten.

Negative-Corona-Tests und Impf-Bescheinigungen werden im Darknet angeboten.

20min/Marco Zangger
Cyber-Security-Experten von Check Point haben sogar Angebote für falschen oder illegalen Impfstoff gefunden.

Cyber-Security-Experten von Check Point haben sogar Angebote für falschen oder illegalen Impfstoff gefunden.

Check Point
Das Angebot an solchem Impfstoff habe sich seit Januar verdreifacht. 

Das Angebot an solchem Impfstoff habe sich seit Januar verdreifacht.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Negative Corona-Tests und Impf-Bescheinigungen werden immer wichtiger, wenn es darum geht, Reisen zu können.

  • Viele Menschen müssen aber noch Wochen und Monate auf einen Impftermin warten.

  • Dies nutzen Händler im Darknet aus und verkaufen gefälschte Dokumente.

  • Diese täuschen einen negativen Test oder ein Impfdatum vor.

Endlich wieder uneingeschränkt reisen oder kurz ohne Bedenken über die Grenze fahren zu können – davon kann man heutzutage nur träumen. Möglich machen soll dies in Zukunft aber ein Impf-Pass, der anzeigt, ob ein Reisender oder eine Reisende bereits gegen das Coronavirus geimpft ist. Vielerorts dauert es aber noch Wochen oder sogar Monate, bis es jeder impfwilligen Person möglich ist, die Impfung zu erhalten. Das geht einigen zu lange.

Immer mehr Personen treibt es daher auf der Suche nach gefälschten Impf-Pässen, negativen Corona-Tests oder gar nachgemachten oder angeblich echten Impfstoffen ins Darknet. Laut Forschenden des Cyber-Sicherheitsunternehmens Check Point hat sich das Angebot an solchen Impfstoffen dort seit Januar verdreifacht. Angeboten werden unter anderem der Impfstoff von AstraZeneca für rund 460 Franken, jener von Johnson & Johnson für 560 Franken und der russische Impfstoff Sputnik für dieselbe Summe.

Der Screenshot zeigt ein Angebot des AstraZeneca-Impfstoffs für 500 Dollar. «Wir offerieren heimliche und diskrete Lieferungen mit einer 100%-Garantie», heisst es dort. Der angebliche Impfstoff werde per Express-Lieferung in die ganze Welt geschickt. 

Der Screenshot zeigt ein Angebot des AstraZeneca-Impfstoffs für 500 Dollar. «Wir offerieren heimliche und diskrete Lieferungen mit einer 100%-Garantie», heisst es dort. Der angebliche Impfstoff werde per Express-Lieferung in die ganze Welt geschickt.

Check Point

«Für alle, die sich nicht impfen lassen möchten»

Zu einem immer grösseren Markt wächst auch der Schwarzhandel mit falschen Impfdokumenten oder gefälschten, negativen Coronatests. Aufschwung verliehen hat dem die Ankündigung der EU, einen Corona-Impfpass einführen zu wollen, der das sichere Reisen – insbesondere für Ferien – innerhalb der EU erleichtern soll. Auch dies wollen sich Händler und Hacker im Darknet zunutze machen.

So haben die Forschenden von Check Point unzählige Angebote für gefälschte Impfpässe ausfindig machen können. In verschiedensten Foren werden beispielsweise russische Impf-Pässe unter dem Motto «Für alle, die sich nicht impfen lassen möchten», angeboten. Andere Angebote zeigen Impf-Bescheinigungen der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde. Der Preis für diese beläuft sich auf rund 140 Franken.

«Hallo zusammen, nicht jeder wird die Covid19-Impfung bekommen und wir übermitteln Beweise, dass Sie dennoch geimpft wurden», heisst es in diesem Angebot. Im Bild ist eine US-Impf-Bescheinigung zu sehen.

«Hallo zusammen, nicht jeder wird die Covid19-Impfung bekommen und wir übermitteln Beweise, dass Sie dennoch geimpft wurden», heisst es in diesem Angebot. Im Bild ist eine US-Impf-Bescheinigung zu sehen.

Check Point

Name und Datum

Um nachvollziehen zu können, wie man genau an eine solche Impf-Bescheinigung gelangt, haben die Forschenden von Check Point direkten Kontakt mit einem Darknet-Shop aufgenommen. Dort wird per Chat bestätigt, dass sich auf dem angebotenen Impf-Pass die Signatur eines echten Arztes oder einer echten Ärztin befinde. Um den Schein ausstellen zu können, benötige der Anbieter nur den Namen der Empfänger und die Daten, die auf dem Pass angegeben werden sollen.

Auf die Nachfrage, ob der Impf-Schein tatsächlich funktionieren werde, kam die Antwort: «Wir haben dies schon für viele Leute gemacht und es war immer alles gut.»

Chat-Verlauf mit einem Darknet-Shop.

Chat-Verlauf mit einem Darknet-Shop.

Check Point

Falsche, negative Tests

Ähnlich verhält es sich mit den Angeboten an gefälschten negativen Coronatests. Ein Shop aus Russland verspricht beispielsweise, dass man mit einem Dokument, das zum Verkauf freigegeben ist, ins Ausland reisen oder einen neuen Job antreten kann. «Alles wird innerhalb von 24 Stunden abgewickelt», heisst es und man verspreche «höchste Qualität».

Um an ein solches gefälschtes Dokument zu gelangen, muss man aber nicht immer Zugang zum Darknet haben. So werden auch auf verschiedensten normalen Websites falsche Testresultate für umgerechnet 23 Franken angeboten. Diese Websites bezeichnen sich selbst als «Prank-Sites», also als Scherz-Seiten. Auf einer solchen, die von Check Point ausprobiert wurde, müssen Userinnen und User zustimmen, die falschen Dokumente nicht für Lügen, Streiche oder gegen das Gesetz anzuwenden. Das «Scherz»-Dokument sieht aber dennoch täuschend echt aus.

So erkennst du falsche Dokumente

Wenn Zweifel an der Au­then­ti­zi­tät eines Corona-Dokuments aufkommen, raten die Forschenden von Check Point, als erstes nach einem offiziellen Logo, einer Zertifizierung oder einem Gütestempel Ausschau zu halten. Ausserdem sollte man bei Schreibfehlern, kleinen Abänderungen in offiziellen Logos oder schlechter Bildqualität aufmerksam werden.

Darüber hinaus wünschen sich die Cyber-Experten, dass in Zukunft jegliche solche Zertifikate mit einem QR-Code ausgestattet werden, der vom Sicherheitspersonal am Flughafen oder an Grenzen gescannt werden kann. Der Code sollte das Personal dann direkt zu einer offiziellen Website der Behörden führen, die die Authentizität des Dokuments bestätigen kann. «Die Behörden müssen sich bewusst sein, dass der Trend, Corona-Dokumente zu fälschen, immer schneller wächst und immer gefährlicher wird», so der Bericht.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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