«Great Reset» – Nein, das Facebook-Blackout deutet nicht auf das grosse Internet-Aus hin
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«Great Reset»Nein, das Facebook-Blackout deutet nicht auf das grosse Internet-Aus hin

Sobald Facebook, Instagram und Whatsapp lahmgelegt waren, liefen die Telegram-Kanäle von Verschwörungstheoretikern heiss. Deren Prognosen traten allerdings nicht ein.

von
Dominique Zeier
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Gleich mehrere Stunden lang waren die Dienste von Facebook am Montag nicht erreichbar. 

Gleich mehrere Stunden lang waren die Dienste von Facebook am Montag nicht erreichbar.

AFP
Das rief Verschwörungstheoretiker und Verschwörungstheoretikerinnen auf den Plan.

Das rief Verschwörungstheoretiker und Verschwörungstheoretikerinnen auf den Plan.

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Sie glaubten, mit dem Facebook-Blackout starten nun die «10 Tage der Dunkelheit». 

Sie glaubten, mit dem Facebook-Blackout starten nun die «10 Tage der Dunkelheit».

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Darum gehts

  • Facebook war am Montagabend stundenlang offline.

  • Das rief sofort Verschwörungstheoretiker und Verschwörungstheoretikerinnen auf den Plan.

  • Sie sahen dies als Zeichen, dass nun das ganze Internet abgeschaltet werden würde.

  • Dazu kam es aber nicht.

Rund sechs Stunden lang waren die Dienste Facebook, Instagram und Whatsapp am Montagabend nicht erreichbar. In Verschwörungstheoretiker-Kreisen sorgte diese Tatsache sofort für grosses Aufsehen und unzählige Theorien kamen auf, was alles hinter diesem massiven Blackout stecken könnte. Insbesondere einschlägige Telegram-Kanäle liefen gestern Abend heiss.

Vor allem Anhänger der Qanon-Verschwörung sahen sich in ihren Voraussagen bestätigt. So wurde das Facebook-Blackout häufig als der sogenannte «Great Reset» interpretiert. Dabei handelt es sich um eine Theorie, laut welcher das Internet komplett abgestellt werden soll. Darauf sollen die «10 Tage der Dunkelheit» folgen, während welchen es zu Bürgerkriegen, Stromausfällen und auch unzähligen Todesopfern überall auf der Welt kommen soll. Nach diesen zehn Tagen solle dann schliesslich das goldene Zeitalter für alle Anhänger der Qanon-Verschwörungstheorie beginnen.

Corona-Pandemie

So wurden auf Telegram beispielsweise Bilder geteilt, auf denen die Userinnen und User zeigten, wie sie sich auf die «Dunklen Tage» vorbereiten. Auf den Fotos zu sehen waren unter anderem Nahrungsmittel, Taschenlampen, Walkie-Talkies und Batterien.

Andere Personen behaupteten auf Telegram, dass das Facebook-Blackout etwas mit der Corona-Pandemie zu tun habe. So wurde gewarnt, dass man sofort alle Applikationen von Facebook, Instagram und Whatsapp löschen solle. Denn es handle sich beim Blackout um eine «getarnte Taktik, damit Facebook in jeder Applikation einen speziellen Code einbaut, der dafür sorgt, dass alle Daten, die mit Impfungen und Corona zu tun haben, gelöscht werden». Nach dem Neustart von Facebook könne das Unternehmen anschliessend genau wissen, ob man geimpft sei und Ungeimpfte würden aus der Gesellschaft ausgeschlossen.

So erklärt Facebook den Ausfall

Wie sich gezeigt hat, ist es natürlich nicht zu den «10 Tagen der Dunkelheit» gekommen und es wurde auch kein neuer Code in Zusammenhang mit Impfungen auf den Applikationen installiert. Facebook ist es gelungen, das Problem zu beheben und die Dienste sind seit der Nacht von Montag auf Dienstag wieder in Betrieb.

Tatsächlich hat Facebook eine Technikpanne für den Ausfall seines Netzwerks verantwortlich gemacht. So sei es zu einer fehlerhaften Neukonfiguration von Routern gekommen, wodurch die Kommunikation zwischen den Rechenzentren gestört worden sei, wie der Vize-Präsident für Infrastruktur bei Facebook, Santosh Janardhan, erklärte. Das Unternehmen entschuldigte sich bei den vielen betroffenen Nutzerinnen und Nutzern – die Dienste des Internetriesen werden regelmässig von rund 3,5 Milliarden Menschen genutzt.

Telegram und Signal profitieren

Ab Mitternacht mitteleuropäischer Sommerzeit waren die Facebook-Dienste nach und nach wieder nutzbar: «Wir haben hart gearbeitet, um den Zugang zu unseren Apps und Diensten wieder herzustellen und sind froh mitzuteilen, dass sie jetzt wieder online gehen», zitierte die Nachrichtenagentur AFP Facebook.

So ärgerlich der Blackout für den Facebook-Konzern war, so sehr konnte sich der Messenger-Dienst Telegram darüber freuen. Er kletterte nämlich an nur einem Tag von Platz 56 auf Platz fünf der am meisten heruntergeladenen kostenlosen Apps in den USA, wie das auf Apps spezialisierte Unternehmen Sensor Tower mitteilte. Auch der Anbieter Signal twitterte einen «starken Anstieg» von Anmeldungen und begrüsste alle Neulinge.

Was ist «Qanon»?

Eine Verschwörungstheorie, die ihren Ursprung in Internetforen hat und auf kryptischen Botschaften eines angeblichen Politik-Insiders beruht. Anhänger glauben etwa, dass der ehemalige US-Präsident Trump einen geheimen Kampf gegen einen «tiefen Staat» («Deep State») führt und angeblichen systematischen Kindesmissbrauch unter anderem durch Politiker der Demokraten aufzudecken versucht.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

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