Neue Betrugsmasche: Nein, du hast nichts geerbt
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Neue BetrugsmascheNein, du hast nichts geerbt

Nach falschen Handwerkern und falschen Polizisten kommen nun die falschen Anwälte. Betrüger locken in Mails mit einem angeblichen Erbe, das es nicht gibt. Laut den Behörden sind sie nur auf schnelle Anzahlungen aus – für Dienstleistungen, die nie erfolgen.

von
Steve Last
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Mit täuschend echten Dokumenten über ein angebliches Erbe versuchen Betrüger, potenziellen Opfern Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie geben sich als Anwälte aus, mit Schweizer Adressen und Telefonnummern.

Mit täuschend echten Dokumenten über ein angebliches Erbe versuchen Betrüger, potenziellen Opfern Geld aus der Tasche zu ziehen. Sie geben sich als Anwälte aus, mit Schweizer Adressen und Telefonnummern.

Polizei ZH
Oft fordern sie Informationen und Anzahlungen, damit das Erbe freigegeben werden kann. Das Erbe gibt es aber nicht und das angezahlte Geld sieht man nie wieder.

Oft fordern sie Informationen und Anzahlungen, damit das Erbe freigegeben werden kann. Das Erbe gibt es aber nicht und das angezahlte Geld sieht man nie wieder.

Polizei ZH
Es wird mit Millionenbeträgen gelockt, wie bei anderen Betrugsmaschen aber schnell Druck auf die Opfer aufgebaut.

Es wird mit Millionenbeträgen gelockt, wie bei anderen Betrugsmaschen aber schnell Druck auf die Opfer aufgebaut.

Polizei ZH

Darum gehts

«Vorsicht – Nachlass-Betrüger melden sich als Schweizer Anwaltskanzlei», warnt die Baselbieter Polizei auf Facebook. Die Kriminellen haben nach falschen Handwerkern, Polizisten und Anlagefirmen nun auch falsche Anwälte in ihr Arsenal aufgenommen. Mit seriös wirkenden E-Mails mit Briefbeilagen stellen die Betrüger potenziellen Opfern ein Millionenerbe einer verstorbenen Person mit gleichem Nachnamen in Aussicht, tatsächliche Verwandtschaft hin oder her.

Tatsächlich sind die Kriminellen aber nur hinter schnellen Anzahlungen her. Wie bei anderen Betrugsmaschen wird auf Zeitdruck gesetzt. Überweisen Sie uns schnell ein paar Tausend Franken, damit wir Ihnen ein paar Millionen überweisen können. Aber beeilen Sie sich, die Zeit läuft. Nur gibt es die paar Millionen gar nicht und die paar Tausend sieht man nie wieder.

Kanzleien und Telefonnummern gibt es, das Geld nicht

«Häufig geben sich die Betrüger als Mitarbeitende von real existierenden Anwaltskanzleien aus», schreibt die Kantonspolizei Zürich auf ihrem Portal Cybercrime.ch. Sie würden auf täuschend echt nachgemachte Webseiten und funktionierende Schweizer Telefonnummern setzen. Auf die Nummern könne man auch anrufen, sie seien aber anonym bei Skype über Microsoft in Irland gemietet.

Die Polizei rät, nie auf solche Nachrichten zu antworten. Sollte Ihnen tatsächlich ein Erbe zustehen, werden Sie von den zuständigen Schweizer Behörden informiert, nicht von einer Ihnen unbekannten Anwaltskanzlei. Zudem sollten Sie keine persönlichen Informationen oder gar amtlichen Dokumente verschicken, wenn Sie sich nicht absolut sicher sind, wer der Empfänger ist. Damit die Polizei eingreifen kann, bittet sie die Bevölkerung, die falschen Webseiten und Telefonnummern zu melden.

Sie können sich wehren

Sollten Sie bereits Dokumente oder Geld an Betrüger überstellt haben, schämen Sie sich nicht. Allein im Jahr 2021 wurden laut dem Bundesamt für Statistik knapp 84’000 Fälle von Cyberkriminalität gemeldet. Sie sind nicht das einzige Opfer. Erstatten Sie stattdessen sofort Anzeige bei der Polizei, lassen Sie die Geldüberweisungen von Ihrer Bank stornieren und etwaige empfindliche Dokumente für ungültig erklären und neu ausstellen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Cybercrime betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Meldestellen:

Polizei nach Kanton


Aufklärung:

My 20 Minuten

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