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Passivrauch-InitiativeNein zu mehr Verboten, obwohl der Qualm stört

Die Passivrauch-Initiative findet bei den Lesern von 20 Minuten Online keine Mehrheit. Obwohl sich die meisten in Bars oder Restaurants vom Tabakrauch gestört fühlen.

von
Lukas Mäder

Die Volksinitiative zum Schutz vor Passivrauch der Lungenliga, über die das Volk am 23. September abstimmt, findet bei den Lesern von 20 Minuten Online keine Zustimmung. Lediglich ein Drittel der knapp 17 000 Teilnehmer einer Umfrage sagen Ja zur Initiative. Die Ablehnung überwiegt mit 49 Prozent klar. Allerdings sind mit 18 Prozent viele noch unentschieden.

Dieser Trend widerspricht der ersten repräsentativen SRG-Umfrage, die Mitte August 59 Prozent Ja-Stimmen ergab. Grund für das stärkere Nein-Lager in der Umfrage von 20 Minuten Online mag die überdurchschnittliche Beteiligung von Rauchern sein. Während das nationale Tabakmonitoring von schweizweit 27 Prozent Rauchern ausgeht, sind es unter den Umfrageteilnehmern inklusive Gelegenheitsrauchern 43 Prozent.

Kaum einen Einfluss dürfte die überdurchschnittliche Beteiligung von Männern mit 69 Prozent gehabt haben. Bei den Frauen ist die Unterstützung der Initiative nicht grösser als bei den männlichen Teilnehmern. Auffallend ist einzig, dass über ein Viertel der Frauen noch unentschieden ist. Nur gering sind die Unterschiede nach Wohnort. Auf dem Lande ist die Ablehnung der Initiative am stärksten (52 Prozent Nein), in den Agglomerationen von Zürich, Bern, Basel, Genf und Lausanne am schwächsten (47 Prozent Nein).

Ex-Raucher sind gespalten

Dass die Raucher die Initiative mit 79 Prozent ablehnen, erstaunt wenig. Überraschender ist das Ergebnis bei den Nichtrauchern: Sie sagen nur zu 53 Prozent Ja zu einer Verschärfung der heutigen Rauchverbote. 27 Prozent sprechen sich dagegen aus und relativ viele - ein Fünftel - sind noch unentschlossen. Deutlicher ist die Zustimmung bei den Personen, die angaben, noch nie geraucht zu haben. 60 Prozent stimmen der Initiative zu, wobei sich auch bei ihnen fast ein Viertel noch keine Meinung gebildet hat. Bei den Ex-Rauchern bestätigt sich die Legende nicht, dass sie militante Befürworter des Rauchverbots seien. Das Ja- und das Nein-Lager ist bei ihnen mit 42 Prozent beziehungsweise 41 Prozent praktisch ausgeglichen.

Zwar lehnen die Leser von 20 Minuten Online die Passivrauch-Initiative eher ab, fühlen sich aber gleichzeitig in Restaurants, Bars oder Discos vom Zigarettenrauch mehrheitlich gestört. Nur gerade ein Drittel empfindet dort Rauch nie als Belästigung. Die bestehenden Rauchverbote finden mit 57 Prozent ebenfalls eine klare Unterstützung. Nur ein Viertel der Befragten findet, es solle in Gastronomiebetrieben gar kein Rauchverbot geben.

Selbst die Raucher stört der Rauch

Selbst die Raucher finden am Qualm nicht ausschliesslich Gefallen. Knapp ein Drittel der regelmässigen Paffer fühlt sich in Restaurants oder Bars vom Rauch gestört. Sie haben sich an die bestehenden Rauchverbote in der Gastronomie, aber auch in Zügen oder auf Flughäfen gewöhnt. Nur gerade noch 60 Prozent lehnen diese allgemein ab.

Die Umfrage

An der grossen Umfrage von 20 Minuten Online haben Anfang September 16 783 Personen teilgenommen, davon 30,9 Prozent Frauen. Von den Befragten gaben 34,9 Prozent an, regelmässig zu rauchen; 8,2 Prozent bezeichneten sich als seltene Raucher. Mit 61 Prozent rauchen die meisten ein halbes oder ein Päckchen Zigaretten pro Tag.

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