Aktualisiert 19.12.2006 17:04

Nelly Wenger tritt zurück

Nelly Wenger verlässt Nestlé Schweiz endgültig. Wenger trete als Generaldirektorin zurück, teilte der Nahrungsmittelmulti mit.

Die an Brustkrebs erkrankte Nelly Wenger verlässt Nestlé Schweiz endgültig. Wenger tritt als Generaldirektorin zurück. Dadurch sollen möglichst gute Bedingungen für eine vollständige Genesung Wengers geschaffen werden, teilte Nestlé mit.

Der Rücktritt Wengers erlaube es dem Unternehmen zudem, die Kontinuität der Führung sicherzustellen, teilte der Nahrungsmittelmulti am Dienstag weiter mit. «Nestlé drückt Frau Wenger ihre Anerkennung für ihren Einsatz während der zwei Jahre an der Spitze von Nestlé Suisse und für ihr Verständnis aus und wünscht ihr gute Genesung», hiess es.

Die 1955 geborene Wenger hatte Ende September die Leitung von Nestlé Schweiz vorübergehend abgegeben, um sich wegen Brustkrebs behandeln zu lassen. Damals hatte es geheissen, dass die Abwesenheit voraussichtlich zwei bis drei Monate dauern werde.

Nachfolger Hervé Cathelin

Nachfolger Wengers soll nun Hervé Cathelin werden, der stellvertretender Direktor des Europageschäfts von Nestlé ist und die Generaldirektorin bereits während ihrer Abwesenheit vertreten hatte. Der Nestlé-Verwaltungsrat muss Cathelins Ernennung noch formell beschliessen, wie Nestlé-Sprecher François-Xavier Perroud auf Anfrage sagte.

Die ehemalige Direktorin der Landesausstellung Expo.02 war im September 2003 zu Nestlé gestossen und wurde Anfang 2005 Generaldirektorin der Ländergesellschaft Nestlé Schweiz. Vor ihrem Engagement für die Expo war Wenger Chefin im Raumplanungsamt des Kantons Waadt.

Umstrittene Verpackung

Nestlé Schweiz produziert namentlich die Marken Thomy, Leisi, Maggi und Cailler. Wenger lancierte angesichts der Preiserosion im Nahrungsmittelmarkt eine Markenoffensive und versetzte zuerst der Cailler-Schokolade eine Designauffrischung.

Die vom Stararchitekten Jean Nouvel gestaltete neue PET-Verpackung erntete wegen der Umweltbelastung aber heftige Kritik. Zudem weigerte sich der Discounter Dennner, die Preisaufschläge hinzunehmen und nahm Cailler aus dem Sortiment. Eine Klage Denners bei der Wettbewerbskommission (Weko) blieb aber chancenlos.

Nesté Schweiz beschäftigt 2200 Personen und setzte im vergangenen Jahr 1,34 Mrd. Fr. um. Für den Gesamtkonzern spielt das Heimatgeschäft eine bescheidene Rolle, kommt er doch weltweit auf einen Umsatz von 91,1 Mrd. Franken. (sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.