Aktualisiert 07.01.2008 15:32

Neogrünliberaler will in den Regierungsrat

Bosco Büeler wechselte Anfang Jahr von den Grünen zu den Grünliberalen. Jetzt gibt er seine Kandidatur für den Regierungsrat bekannt.

Nach 12 Jahren bei den Grünen wechselt Bosco Büeler zu den Grünliberalen. Wie der Flawiler Kantonsrat sagte, wolle er künftig «einen Bogen machen» um die Grünen. An seinem Ziel, für die St. Galler Regierung zu kandidieren, hält er fest.

«Bei den Grünen ziehen die Leute nicht mehr am gleichen Strick», bestätigte Bosco Büeler heute Medienberichte über seinen Parteiwechsel. Seiner Kandidatur für den St. Galler Regierungsrat seien vom Vorstand Widerstände entgegen gebracht worden.

Vergeblich habe er auch versucht, grünliberale Ideen in die Partei einzubringen, sagte Büeler weiter. Büeler will künftig «einen Bogen machen» um die Grünen. Seit dem 1. Januar ist er Mitglied der Grünliberalen, die seit Dezember 2007 eine eigene Sektion im Wahlkreis Wil haben.

Der 55-jährige Baubiologe war 12 Jahre lang Mitglied der Grünen, seit dem Jahr 2000 sitzt er im Kantonsrat und ist Fraktionschef der Grünen. Am 9. Januar werde er von den Grünliberalen für die Regierungsratswahlen nominiert, sagte Büeler.

Grüne: Eventuell mit Gilli

«Er rechnet mit Sicherheit, bei den Grünliberalen für die Regierungsratswahlen aufgestellt zu werden», sieht Yvonne Gilli, Co- Präsident der Grünen des Kantons St. Gallen, den Hauptgrund für den Wechsel von Bosco Büeler. Bei den Grünen sei Büeler nicht der einzige mögliche Kandidat.

Gilli selbst überlegt sich eine Kandidatur. «Wir werden auf den letzten Drücker unseren Kandidaten präsentieren», sagte die Nationalrätin auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Grünen wollten in die Regierung und nicht als Oppositionspartei hängen bleiben, unabhängig von einer Kandidatur der Grünliberalen.

«Die ökologischen Kräfte sind im Kanton St. Gallen zersplittert, wir stellen uns dieser Realität», sagte Gilli weiter. Im ersten Wahlgang könnten alle Parteien mit ihren Kandidaten antreten. Komme es zu einem zweiten Wahlgang, müssten die Kräfte gebündelt werden.

SP, CVP und FDP setzen auf Bisherige

Die SP stellt ihre beiden Bisherigen, die Gesundheitsdirektorin Heidi Hanselmann und Kathrin Hilber, Vorsteherin des Departements des Innern, nochmals zur Wahl.

Die CVP schickt neben dem bisherigen Volkswirtschaftsdirektor Josef Keller Nationalrätin Lucrezia Meier-Schatz und Kantonsrat Armin Eugster aus Wil ins Rennen.

Die FDP tritt mit ihren beiden bisherigen Regierungsmitgliedern Karin Keller-Sutter und Willi Haag sowie mit dem 51-jährigen Kantonsrats-Fraktionschef Andreas Hartmann aus Rorschach an.

SVP erwägt Einerkandidatur

Auch die SVP will in die St. Galler Regierung. Der Kantonalvorstand hat mit Stefan Kölliker eine Einerkandidatur vorgeschlagen. Nominiert werden soll der 37-jährige Finanzfachmann aus Bronschhofen an der Delegiertenversammlung vom 9. Januar.

Wahlvorschläge für die Regierungsratswahlen vom 16. März müssen bis 14. Januar beim Departement des Innern eingereicht werden. (sda)

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