Aktualisiert 10.06.2009 22:47

WashingtonNeonazi erschiesst Wachmann

Ein 88-jähriger Rechtsextremist hat im Holocaust-Museum in Washington das Feuer eröffnet und einen Wachmann tödlich verletzt. Zwei weitere Wachleute schossen zurück und verletzten den Täter ebenfalls.

Der Mann drang am frühen Nachmittag Ortszeit in das Museum ein und eröffnete das Feuer auf einen Wachmann. Der Schütze war mit einem Gewehr oder einer Schrotflinte bewaffnet. Augenzeugenberichten zufolge fielen insgesamt mindestens fünf Schüsse. Der Sicherheitsbeamte habe stark blutend am Boden gelegen. Museumsbesucher in der Nähe seien in Panik davongerannt.

Beim Täter handelt es sich um den 88-jährigen James von Brunn, ein notorischer Rassist mit Verbindungen zu verschiedenen rechtsradikalen Gruppen. Er wurde ebenfalls verletzt, als Sicherheitsbeamte das Feuer erwiderten. Beide Männer wurden in ein Krankenhaus gebracht, wo der Wachmann seinen Verletzungen erlag. Der Schütze sei «schwer» verletzt, hiess es.

Das Holocaust-Museum wurde nach der Schiesserei für den Rest des Tages geschlossen. Die umliegenden Strassen wurden abgeriegelt. Das Museum wird streng bewacht. Es wird jährlich von etwa 1,7 Millionen Menschen besucht.

Das Museum an der Mall im Herzen der US-Hauptstadt war 1993 eröffnet worden. Es ist den etwa elf Millionen Opfern des Nationalsozialismus vor und während des Zweiten Weltkriegs gewidmet: Juden, aber auch sowjetischen und polnischen Kriegsgefangenen, Behinderten, Homosexuellen, Oppositionellen.

Mit dem umfassenden Archiv, den Listen von Überlebenden und der Gedenkhalle ist es das grösste Zentrum über den Holocaust überhaupt. Bislang haben rund 30 Millionen Menschen das Museum besucht, unter ihnen auch viele Staats- und Regierungschefs.

(Quelle: SDA/AP)

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