Ausgetickt: Neonazi schockt Polizisten mit Handgranate
Aktualisiert

AusgeticktNeonazi schockt Polizisten mit Handgranate

Polizeieinsatz in Arbon wegen eines ausgetickten Neonazis. Der 18-Jährige drohte den Thurgauer Beamten mit einer Handgranate.

von
tso
Leserreporter-Bild von der Verhaftung.

Leserreporter-Bild von der Verhaftung.

Schock für zwei Thurgauer Kantonspolizisten: Sie rückten am Dienstagabend in eine Wohnung an der Bahnhofstrasse aus. Neonazi Oliver R.* hatte dort gegenüber seinen Kollegen gedroht, Amok zu laufen. Sein anwesender Bekannter S. W.* alarmierte aus Sorge die Polizei. Zwei Beamte kamen vorbei und suchten mit Oliver R. das Gespräch.

Doch dieser brüllte nur herum. S. W.: «Er liess sich schliesslich beruhigen und redete eine Weile mit den Cops. Als sie ihn nach seinem Beruf fragten, antwortete er: 'Ich bin Nazi'.» Kurz darauf sei er erneut in Rage geraten. «Plötzlich hatte er eine Granate in der Hand und zog den Splint.» Die beiden Beamten reagierten sofort: Sie nahmen Oliver R. die Granate ab, sicherten sie und fixierten den Neonazi am Boden.

Kein unbeschriebenes Blatt

Oliver R. gehört schon seit Jahren zur rechten Szene und hat schon für landesweite Schlagzeilen gesorgt. Laut S. W. skypte er oft mit kroatischen Neonazis und bunkerte zu Hause Rohrbomben und Schwarzpulver. Auf Facebook posierte er gern mit Softgun und Sturmmaske.

Bei ihrem Einsatz waren die beiden Beamten der Kantonspolizei zum Glück nie ernsthaft in Lebensgefahr gewesen: Die Granate stellte sich laut Polizeisprecher Ernst Vogelsanger als täuschend echte Attrappe heraus. Oliver R. wurde auf Anweisung des Amtsarztes in die Psychiatrische Klinik Wil gebracht.

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