Rechter Terror: Neonazi-Terroristin will nicht aussagen
Aktualisiert

Rechter TerrorNeonazi-Terroristin will nicht aussagen

Beate Z., Mitglied der rechten Terror-Gruppe NSU, verweigert weiterhin jede Aussage. Zwischenzeitlich ist aber klar: Die Gruppierung ist grösser als bisher angenommen.

von
kle

Das Mitglied der rechtsextremen Terrorgruppe NSU, die inhaftierte Beate Z., will vorerst nicht aussagen. Ihr Anwalt Wolfgang Heer sagte der Nachrichtenagentur dapd in Köln, er habe seiner Mandantin geraten, «zunächst keine Erklärungen zur Sache abzugeben». Der Kölner Rechtsanwalt Heer hat das Mandat am Donnerstag übernommen und will zunächst die Akten einsehen. Dann werde er sich mit seiner Mandantin besprechen. Zuvor hatte Z. in Aussicht gestellt mit der Polizei zusammenzuarbeiten, wenn sich dies strafmildern auswirke. Z. hatte sich am 8. November der Polizei gestellt und sitzt in Untersuchungshaft.

Derweil prüft die Bundesanwaltschaft Verbindungen von zwei weiteren Personen zur Zwickauer Terrorgruppe «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU). Inwieweit diese beiden Personen die Rechtsextremisten unterstützt hätten, werde derzeit ermittelt, sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Freitag in Berlin.

Bisher werden der NSU drei Personen zugerechnet: Uwe B. und Uwe M., die nach bisherigem Ermittlungsstand Selbstmord begangen haben, sowie die in Untersuchungshaft sitzende Beate Z. Auch der mutmassliche Unterstützer Holger G. ist in Haft. Ein weiterer Mann, Matthias D., wird verdächtigt, in Zwickau Wohnungen für die Rechtsextremisten angemietet zu haben.

Namensliste ist keine «Todesliste

Inzwischen hat der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, Berichte über eine «Todesliste» der Zwickauer Terrorgruppe zurückgewiesen. Es stimme zwar, dass eine Liste mit «über 10 000 Anschriften und Namen» entdeckt wurde, sagte Ziercke am Freitag in Berlin. Das sei aber keine «Todesliste». Alle auf der Liste verzeichneten Personen würden informiert mit dem Hinweis, dass es keinen Grund zur Besorgnis gebe.

Die Liste stamme aus dem Jahr 2005, erklärte Ziercke weiter. Möglicherweise habe sie als eine Art «Planungsgrundlage» für mehrere Morde in den folgenden Jahren gedient.

Zwickau will nichts mit Neonazis zu tun haben

Die sächsische Stadt Zwickau will öffentlich auf Distanz zum Terror von Rechts gehen. Die Bürger seien für den 25. November zu einer Grossveranstaltung eingeladen, sagte die DGB-Regionalchefin von Südwestsachsen, Sabine Zimmermann. Als Redner sei Bundespräsident Christian Wulff angefragt worden. Aus der Stadt solle ein «klarer Appell für Demokratie und Toleranz» gesendet werden, heisst es in einem Aufruf, den neben Zimmermann auch SPD-Oberbürgermeisterin Pia Findeiss unterzeichnet hat.

Zudem wolle man der Opfer des «rechten Mordtrios» gedenken, hiess es weiter. Die drei Mitglieder der rechten Terrorzelle hatten jahrelang eine Wohnung im Zwickauer Stadtteil Weissenborn bewohnt. (kle/dapd)

Deine Meinung