11 Jahre Knast: Neonazi-Vater getötet – Bub verurteilt
Aktualisiert

11 Jahre KnastNeonazi-Vater getötet – Bub verurteilt

Ein damals 10-Jähriger hat 2011 seinen Vater, einen Neonazi-Führer, erschossen. Ein US-Gericht verurteilte ihn nun des Mordes. Sein von Hass geprägtes Umfeld habe nicht zur Tat beigetragen.

von
rey
Jeffrey Hall war Anführer der grössten Neonazi-Organisation in Kalifornien und in der Szene sehr beliebt.

Jeffrey Hall war Anführer der grössten Neonazi-Organisation in Kalifornien und in der Szene sehr beliebt.

Ein 12-Jähriger stand in den USA vor Gericht, weil er seinen Vater, einen bekannten Neonazi-Anführer, erschossen haben soll. Am Montag hat ihn ein Richter im kalifornischen Riverside des Mordes schuldig gesprochen. Auch für den illegalen Gebrauch einer Schusswaffe wurde er verurteilt. Als Begründung gab der Richter an, der Junge habe zwischen Recht und Unrecht unterscheiden können, schreibt die «LA Times».

Matthew Hardy, sein Verteidiger, hatte dies in Frage gestellt: «Was macht jemand, der ein Ungeheuer oder einen Mörder erschaffen möchte? Er steckt ihn in ein Haus, wo es Gewalt, Kindesmissbrauch und Rassismus gibt,» hatte er zum Prozessauftakt im Oktober gesagt. Der Staatsanwalt hingegen ist überzeugt, dass der Zehnjährige die Tat beging, weil sein Vater sich von seiner Stiefmutter trennen wollte, an welcher der Junge sehr hing, und er das alleinige Sorgerecht haben wollte.

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Bis zum 23. Lebensjahr in Haft

Das Gericht entschied nun zugunsten der Anklage. Der Prozess hat in den USA für Aufsehen gesorgt, weil das Gericht entscheiden musste, ob das von Gewalt geprägte Umfeld des Kindes zu der Tat beigetragen hat. Der Junge war von seinem Vater regelmässig geschlagen worden und im Haus hatten immer wieder Neonazi-Treffen stattgefunden.

Der geständige Junge, der zum Zeitpunkt der Tat 10 Jahre alt war, wurde als Minderjähriger angeklagt und wird deshalb bis zu seinem 23. Lebensjahr in Haft bleiben. Nach einer weiteren Anhörung soll entschieden werden, ob er diese Zeit in einem Jugendgefängnis oder in einer geschlossenen Anstalt verbringen soll. Möglich ist auch eine Entlassung auf Bewährung.

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