Neonazis schicken Drohbrief an EU
Aktualisiert

Neonazis schicken Drohbrief an EU

EU-Justizkommissar Franco Frattini hat einen Drohbrief von Neonazis bekommen. Nach einem Auftritt des britischen Prinzen Harry im Nazi-Kostüm hatte Frattini erklärt, er wolle ein EU-weites Verbot von Nazi- Symbolen prüfen.

Der Vorgang mit eindeutig rechtsextremistischem Hintergrund sei in der EU-Politik bisher ohne Beispiel, hiess es am Donnerstag in Brüssel.

Der Brief war an Frattinis Brüsseler Büroadresse gerichtet und im britischen Dorset abgestempelt. «Das zeigt nur, dass es immer noch Intoleranz gibt», sagte Frattini und kündigte an, künftig «noch entschlossener» gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit in Europa vorzugehen.

Nach einem Auftritt des britischen Prinzen Harry im Nazi-Kostüm hatte Frattini erklärt, er wolle ein EU-weites Verbot von Nazi- Symbolen prüfen.

Frattini stellte am Donnerstag ein Massnahmenbündel zum Kampf gegen die Organisierte Kriminalität vor. Das organisierte Verbrechen mache Umsätze, die auf zwei bis fünf Prozent des Bruttonationalprodukts geschätzt würden, sagte der Kommissar.

Im Jahr 2001 seien nach Europol-Angaben rund 3000 kriminelle Organisationen identifiziert worden, im Jahr darauf bereits 4000 mit 40 000 Mitgliedern. In den Folgejahren habe das Problem wahrscheinlich noch zugenommen, sagte Frattini unter Berufung auf vorläufige Zahlen.

(sda)

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