Aktualisiert 21.03.2005 09:50

Neonazis werden immer jünger

Immer öfter marschieren in der Schweiz Rechtsextreme und Neonazis auf. Die Teilnehmer werden immer jünger.

Brandstiftungen, Angriffe, Konzerte - insgesamt 111 Vorfälle hat der Inlandgeheimdienst DAP letztes Jahr gezählt, 9 mehr als im Jahr zuvor.

Dies zeigt die Liste der «rechtsextrem motivierten Ereignisse 2004», die der DAP aufgrund der Meldungen kantonaler Polizeien erstellt. Einen entsprechenden Bericht der «SonntagsZeitung» bestätigte DAP-Vizechef Jürg Bühler am Montag.

Mit 17 gab es im Kanton Bern am meisten Vorfälle, darunter mehrere Hassrock-Konzerte und zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen Rechts- und Linksextremen Gruppen. 15 Zwischenfälle registrierte der DAP in Zürich, 13 im Kanton Luzern.

Eine allgemeine Bewertung der rechtsextremen Auftritte wollte Bühler nicht vornehmen. Diese wird erst im jährlich erscheindenden Extremismusbericht vorgelegt. Gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte er aber, dass sich die Zahl der Vorfälle in der Schweiz auf hohem Niveau bewege.

Auffällig sei auch, dass die Täter immer jünger würden: «Weiter nach unten kann es gar nicht gehen, sonst sind wir dann im Kindergarten.» Das jugendliche Alter vieler Rechtsradikaler mache ihre Taten und Aufmärsche aber nicht harmloser. «Das sind keine Bubenstreiche», sagte Bühler.

Weiter beobachte der DAP, dass Gruppierungen der äusseren Rechten sich vermehrt in der Politik zu etablieren versuchten. So wurde etwa im vergangenen Oktober ein Exponent der Partei National Orientierter Schweizer (PNOS) ins Langenthaler Stadtparlament gewählt.

(sda)

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