Spezialbier «Birendra»: Nepal-Botschafter fordert Verbot von Zürcher Bier
Aktualisiert

Spezialbier «Birendra»Nepal-Botschafter fordert Verbot von Zürcher Bier

Das Saisonbier «Birendra» von Turbinenbräu ist in Nepal heftig umstritten, weil es einen ehemaligen König mit einem Glas Bier in der Hand zeigt.

von
tam
Auf dem Turbinenbräu-Bier ist der nepalesische König Birendra Bir Bikram Shah Dev mit einem Glas Alkohol abgebildet.

Auf dem Turbinenbräu-Bier ist der nepalesische König Birendra Bir Bikram Shah Dev mit einem Glas Alkohol abgebildet.

Tages-Anzeiger / Thomas Zemp

Die Zürcher Biermarke Turbinenbräu überrascht im Frühling und Herbst immer wieder mit neuen Spezialbieren. Die neuste Schöpfung ist «Birendra», ein Bier mit Timut-Pfeffer. Das Gewächs aus Nepal verleiht dem Bier eine intensive Zitrusnote.

Weil der Pfeffer in Nepal heimisch ist, hat Turbinenbräu die Kreation nach dem ermordeten nepalesischen König Birendra Bir Bikram Shah Dev benannt und diesen auf der Etikette mit einem Glas Bier abgebildet. In Nepal kommt das gar nicht gut an, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Schweizer Botschaft hat angerufen

Inzwischen habe sich sogar die Schweizer Botschaft der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu eingeschaltet. Die Missionschefin hatte am Freitag Kontakt mit Turbinenbräu, heisst es beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten.

Der nepalesische Botschafter Deepak Dhital fordert gegenüber dem Fernsehsender «Tele Züri» gar ein Verbot des Zürcher Saisonbiers. Es solle aus dem Verkauf gezogen werden, weil auf der Etikette der ehemalige nepalesische König zu sehen sei. Er sei im Land sehr angesehen. Turbinenbräu habe keine Erlaubnis für das Bild und die Etikette sei unsensibel.

«Wir wollen nicht polarisieren»

Im «Tages-Anzeiger» kommt ein nepalesischer Unternehmer zu Wort. Er findet es respektlos, dass der ehemalige König mit einem Glas Bier quasi als Alkoholiker gezeigt wird. Das sei eine Beleidigung für das nepalesische Volk. Auch im nepalesischen Fernsehen wird über das Spezialbier berichtet. Über diese Reaktion ist Geschäftsführer Adrien Weber erstaunt: «Wir wollen mit dem Bier eine Geschichte erzählen und nicht polarisieren oder gar provozieren.»

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