Aktualisiert 19.12.2006 21:55

Nerven im Pitbull- Prozess liegen blank

Nach mehr als zwölf Stunden Verhandlungen im Pitbull-Prozess hat sich das Gericht zur Urteilsberatung zurückgezogen. Der zweite Prozesstag endete mit einem verbalen Schlagabtausch.

Als sich der Pitbull-Halter, der zuvor einen überheblichen und teilnahmslosen Eindruck erweckt hatte, bei den Eltern entschuldigen wollte, reagierte der Vater des getöteten Knaben sehr heftig.

Er akzeptiere diese Entschuldigung nicht, rief der 31-jährige Mann in den Gerichtssaal. Danach beruhigte er sich sofort wieder. Der Vater des Opfers hatte an beiden Tagen die Verhandlung verfolgt und war äusserlich stets ruhig geblieben. Der Mann, der sichtbar an der Tragödie leidet, war in Begleitung von Verwandten und Freunden.

Die Mutter konnte bei der Schilderung des Leidens ihres Buben die Tränen nicht zurückhalten. Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte sie, eigentlich müsste der Hundehalter das ganze Leben ins Gefängnis. «Aber auch das würde meinen Sohn nicht zurückbringen.»

Nach zwei intensiven Verhandlungstagen wird sich das in Zürich tagende Bezirksgericht Dielsdorf zur Beratung zurückziehen. Die Urteile sollen am kommenden Freitag (ab 11 Uhr) eröffnet werden. Den drei Angeklagten wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

Zunächst wird das Gericht seinen Entscheid zu einem Antrag eines Geschädigtenvertreters bekannt geben. Dieser hatte verlangt, die Anklage an die Staatsanwaltschaft zurückzuweisen. Seiner Ansicht nach müsse die Anklage auf Mord oder vorsätzliche Tötung lauten.

Der Prozess des Bezirksgerichts Dielsdorf wird aus Platzgründen am Bezirksgericht Zürich durchgeführt. Am Montag und Dienstag drängten sich jeweils 70 bis 80 Medienschaffende und Zuschauer in den Gerichtssaal. Wegen des riesigen Publikumsinteresses waren auch die Sicherheitsvorkehrungen der Polizei entsprechend gross. (sda)

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