Aktualisiert 23.03.2019 14:31

Lausanne oder Langnau?

«Nervenkitzel pur, jeder Fehler kann entscheiden»

56 Spiele haben sie schon in den Beinen. Aber erst das 57. wird nun entscheiden, ob Lausanne oder die SCL Tigers erstmals in die Playoff-Halbfinals einziehen.

von
Marcel Allemann
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Der 31-jährige Lausanne-Verteidiger Robin Grossmann verfügt über einige Erfahrungswerte in siebten Playoff-Spielen, 2009 mit dem HC Davos gewann er sogar deren drei.

Der 31-jährige Lausanne-Verteidiger Robin Grossmann verfügt über einige Erfahrungswerte in siebten Playoff-Spielen, 2009 mit dem HC Davos gewann er sogar deren drei.

Keystone/Salvatore di Nolfi
Grossmann beim Infight mit Langnaus Andrea Glauser. Eine Belle sei Nervenkitzel pur.

Grossmann beim Infight mit Langnaus Andrea Glauser. Eine Belle sei Nervenkitzel pur.

Laurent Gillieron
Langnau-Trainer Heinz Ehlers hat seine bisherigen beiden siebten Playoff-Spiele verloren und das ausgerechnet als Coach von Lausanne.

Langnau-Trainer Heinz Ehlers hat seine bisherigen beiden siebten Playoff-Spiele verloren und das ausgerechnet als Coach von Lausanne.

Keystone/Salvatore di Nolfi

Es nennt sich Belle, Showdown oder einfach Spiel 7. Doch die Bezeichnung ist ohnehin sekundär, viel wesentlicher ist, dass alles was zuvor war in den 56 Spielen dieser Saison geschehen ist, nichts mehr zählt. Eine einzige Partie entscheidet, ob es an diesem Wochenende heisst: Willkommen im Halbfinal oder ab in die Ferien.

Bei der Belle zwischen Lausanne und den SCL Tigers ist der Umstand speziell, dass es keine dieser beiden Mannschaft in ihrer bisherigen Vereinsgeschichte geschafft hat, in einen Playoff-Halbfinal einzuziehen. Es winkt somit beiden Teams ein historischer Tag. Deshalb dürfte auch der Umgang mit der Nervosität zu einem entscheidenden Faktor werden.

Grossmanns gute Erinnerungen

In Lausanne wurde in den letzten Jahren viel ins Team investiert. Die Vision der nordamerikanischen Investoren ist der Meistertitel. Bei den SCL Tigers dagegen werden kleinere Brötchen gebacken, aufgrund der finanziellen Möglichkeiten war schon die Playoff-Qualifikation eine grosse Überraschung. Der Einzug der Emmentaler in die Halbfinals wäre gar eine der grössten Sensationen in der Schweizer Playoff-Geschichte.

Einige der Protagonisten haben schon ihre Erfahrungen mit siebten Playoffspielen gemacht. Da wäre beispielweise Lausanne-Verteidiger Robin Grossmann, der 2009 gleich deren drei gewinnen konnte und damals insgesamt 21 Playoff-Spiele brauchte, um mit dem HC Davos den Meistertitel gewinnen zu können. «Ein Spiel 7 ist für einen Eishockeyspieler immer etwas sehr spezielles. Das ist Nervenkitzel pur, jeder Fehler kann entscheiden. Dieser Druck ist aber auch durchaus etwas schönes, deshalb müssen wir dieses Spiel mit viel Freude angehen», fordert Grossmann.

Ehlers verlor zwei Mal die Belle – mit Lausanne

Anders sieht die bisherige Showdown-Erfolgsausbeute von Tigers-Trainer Heinz Ehlers aus. Er hat seine zwei bisherigen verloren. Und das Schicksal will es so, dass er dies ausgerechnet als Coach des aktuellen Gegners Lausanne tat. 2014 zog Lausanne mit ihm an der Bande im siebten Viertelfinal-Spiel gegen die ZSC Lions mit 0:1 den Kürzeren, 2015 mit 1:2 nach Verlängerung gegen Bern. In einem solchen Spiel dürfe man, noch weniger als sonst, dumme Fehler machen und unnötige Strafen nehmen, weiss Ehlers. «Es geht nur über harte Arbeit und Disziplin.»

Was ist denn in einer Belle wirklich ausschlaggebend? Grosse Geheimnisse gibt es da nicht. Die Aussagen der Direktbeteiligten gleichen sich entsprechend. «Kleinigkeiten werden entscheiden. Wir müssen in Lausanne keine Show abziehen, sondern unserem Spiel treu bleiben und auf unsere Stärken vertrauen», sagt etwa Langnau-Verteidiger Larri Leeger.

«Mit dem Messer am Hals spielen wir gut»

«Es wird sich derjenige durchsetzten, der es mehr will», ist derweil sein Teamkollege Nolan Diem überzeugt. Lausannes Grossmann findet allerdings auch, dass das Glück und die Erfahrung der Spieler nicht zu unterschätzende Faktoren sind.

Siegen oder in die Ferien fliegen. Der Vorteil der SCL Tigers ist, dass sie schon in den letzten beiden Partien vor dieser Ausgangslage standen und jeweils eine starke Leistung abrufen konnten. «Mit dem Messer am Hals spielen wir gut», sagt deshalb Stürmer Diem. Die Kampfansage von Halbfinal-Konkurrent Grossmann lautet so: «Wir haben immer noch eine Chance und diese müssen wir packen!»

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