Nerviges Brummen hält Dorf in Atem – «jetzt ziehen deswegen die Leute weg»
Publiziert

18 Monate LärmMysteriöses Brummen hält Dorf in Atem – jetzt ziehen deswegen die Leute weg

Seit Monaten rätselt die kleine Gemeinde Holmfield über ein nerviges Brummen. Woher es kommt, weiss niemand. Nun halten es einige nicht mehr länger aus und ziehen weg.

von
Tobias Bolzern
1 / 5
Im kleinen Örtchen Holmfield in West Yorkshire gibt es 850 Häuser, zwei Pubs und ein permanentes Brummen.

Im kleinen Örtchen Holmfield in West Yorkshire gibt es 850 Häuser, zwei Pubs und ein permanentes Brummen.

Google Maps
Das Geräusch teilt die Einwohnerinnen und Einwohner, denn offenbar nicht alle können es hören.  

Das Geräusch teilt die Einwohnerinnen und Einwohner, denn offenbar nicht alle können es hören.

Google Maps
Woher das permanente Brummen stammt, ist unklar. Die Ursache konnte bis jetzt nicht ermittelt werden. 

Woher das permanente Brummen stammt, ist unklar. Die Ursache konnte bis jetzt nicht ermittelt werden.

Google Maps

Darum gehts

  • Ein Brummen treibt Leute in britischen Holmfield auf die Palme.

  • Das Geräusch ist Tag und Nacht zu hören – die Ursache ist unklar.

  • Forschende untersuchen solche Phänomene schon seit Jahren.

Im kleinen Örtchen Holmfield im englischen West Yorkshire dröhnt es seit über einem Jahr. Das Brummen hält die Einwohnerinnen und Einwohner der Ortschaft auf Trab. Es sei die reine Folter, sie werden deswegen in den Wahnsinn getrieben, berichten mehrere Betroffene in britischen Medien. Woher das Brummen, das im Dorf rund um die Uhr zu hören ist, kommt, weiss bisher niemand. Denn die Ursache des waschmaschinenähnlichen Geräuschs konnte bis heute nicht eruiert werden.

«Ich bin schon mehrere Stunden mit dem Auto herumgefahren und habe versucht herauszufinden, woher es kommt», erzählt die 50-jährige Yvonne Corner bei Independent.co.uk. «Nächtelang bin ich mit meinem Freund herumgefahren. Er hörte nichts und dachte ich werde verrückt – und ich auch», sagt sie weiter. Das Geräusch, das erstmals im April 2020 aufgetreten ist, hören nämlich nicht alle im Dorf.

850 Häuser, zwei Pubs

Diejenigen, die es hören, leiden jedoch sehr unter der permanenten Beschallung. Es raube ihnen den Schlaf und die Nerven, berichten sie. Sie vermuten, dass die örtlichen Industriebetriebe für das Brummen verantwortlich sein könnten, aber eine Untersuchung hat «viele mögliche Quellen» ausgemacht. Nun hat man Unterschriften gesammelt, damit die Untersuchungen in dem Dorf mit 850 Häusern, zwei Pubs und einer Imbissbude nicht eingestellt werden.

Einige Einwohnerinnen und Einwohner berichten, dass es im Dorf schon seit Jahrzehnten ein Brummen geben würde. «Aber ich bin davon überzeugt, dass während des Corona-Lockdowns etwas passiert ist, das es verstärkt hat», sagt Simon Speechley gegenüber Metro.co.uk. Er selbst leide aufgrund des Brummens unter Kopfschmerzen. Mindestens eine Person hat mittlerweile ihr Haus verkauft und ist aufgrund des Dröhnens jetzt weggezogen, heisst es.

Von offizieller Seite heisst es, die Suche gehe weiter. «Wir glauben, dass es nicht nur eine einzige Lärmquelle gibt. Einige Möglichkeiten wurden bereits ausgeschlossen», erklärt der Gemeinderat Scott Patient bei BBC. Man arbeite nun zusätzlich mit benachbarten Behörden zusammen, erklärt er.

Nasenbluten wegen Brummen

Das Phänomen ist allerdings nicht neu: Dutzende Ortschaften rund um die Welt von Ontario bis nach Sydney hatten in den letzten 30 Jahren ähnliche Fälle gemeldet. Immer waren es unidentifizierbare, niederfrequente Brummgeräusche. Einer der berühmtesten Fälle ist das sogenannte Bristol-Brummen in den 1970er-Jahren. Dieses war so garstig, dass einige Leute sogar von Nasenbluten berichteten. Was die Geräusche verursachte, blieb in den meisten Fällen ein Mysterium.

Der heute 92-jährige Geoff Leventhall hat 50 Jahre zu dem Thema geforscht. Er schätzt, dass etwa zwei Prozent der Bewohner und Bewohnerinnen eines Brummtongebiets das Geräusch hören, wobei Menschen zwischen 55 und 70 Jahren überproportional betroffen sind. Eine genaue Ursache hat auch er bisher nicht entdeckt. «Ich kann mir aber vorstellen, dass es sich bei vielen lokal begrenzten Fällen um Ventilatoren, Dieselmotoren, Kompressoren und dergleichen handelt», sagt Leventhall gegenüber Independent.co.uk. Den einzigen Tipp, den er Betroffenen gibt, ist abzuschalten. «Man soll zurücklehnen, entspannen und dann versuchen, das Brummen an sich vorbeiziehen zu lassen», sagt er.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

114 Kommentare