Nervosität vor Quartalsergebnissen der UBS und CS
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Nervosität vor Quartalsergebnissen der UBS und CS

Nach den Hiobsbotschaften der vergangenen Tage wächst die Spannung vor der Publikation der Quartalsergebnisse der beiden Schweizer Grossbanken. Dies obschon UBS und CS bereits den Rahmen ihrer Einbussen durch die US-Kreditkrise abgesteckt hatten.

Die Krise am amerikanischen Hypothekarmarkt hat bei exponierten Kreditinstituten Milliardenlöcher in die Kassen gerissen. Stark betroffen ist auch die UBS, die wegen Spekulationen um faule Kredite 4 Mrd. Franken abschreiben muss.

Deshalb rechnet die sonst erfolgsverwöhnte Grossbank für das dritten Quartal 2007 mit einem Verlust von 600 bis 800 Mio. Franken, wie sie vor Monatsfrist bekannt geben musste. Das genaue Ausmass wird am Dienstag bekannt werden, dann legt die UBS die Quartalszahlen auf den Tisch.

Zu erwarten ist der erste Quartalsverlust seit neun Jahren. Letztmals in die roten Zahlen geraten war die UBS mit ihrem Engagement in den Hedge Funds LTCM. Der Untergang des Anlagevehikels kostete die UBS damals 950 Mio. Franken. Der Verlust im dritten Quartal belief sich 1998 auf 911 Mio. Franken.

Unfall mit Blechschaden

Die UBS habe «einen rechten Unfall mit Blechschaden» erlitten, kommentierte der Direktor der Eidg. Bankenkommsission (EBK), Daniel Zuberbühler, den neuerlichen Milliardenabschreiber. Doch die finanzielle Lage der UBS sei trotz des Debakels in den USA «sehr komfortabel». Für die ersten neun Monate erwartet die UBS einen Gewinn von rund 10 Mrd. Franken.

Der Verlust übertreffe sämtliche Erwartungen und bewahrheite die schlimmsten Befürchtungen, sagte UBS-Verwaltungsratspräsident Marcel Ospel. Doch die UBS werde die schwierige Situation ohne bleibende Schäden meistern.

Die Credit Suisse scheint von den Turbulenzen an den US- Hypothekarmärkten weniger stark betroffen zu sein. Schadlos kann sie sich wohl dennoch nicht halten. Immerhin aber erwartet sie einen Quartalsgewinn in Milliardenhöhe. Im Vorjahr erwirtschaftete die CS einen Quartalsgewinn von 1,46 Mrd. Franken. Am Donnerstag öffnet die Credit Suisse ihre Bücher.

US-Banken mit Milliardenabschreiber

Ungemütlich wird die Situation für eine Reihe exponierter Banken. Vergangene Woche haben gleich mehrere Institute wegen faulen Krediten dramatische Abschreiber bekannt geben müssen. Allen voran die Investmentbank Merrill Lynch: Sie setzt 7,9 Mrd. Dollar in den Sand und schreibt einen Verlust von 2,3 Mrd. Dollar.

Betroffen sind aber auch die beiden grössten US-Banken Citigroup und Bank of America, oder auch die Deutsche Bank und die Commerzbank. Es gibt auch Banken, die durch die Krise in ihrer Existenz bedroht sind. Der britischen Northern Rock zum Beispiel musste der Staat unter die Arme greifen.

Die Folgen der Kreditkrise sind nach Ansicht von Experten noch lange nicht ausgestanden. Die nächsten Monaten werden viele Märkte und Institutionen weiter vor Herausforderungen stellen, sagte etwa der Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF), Jaime Caruana.

Und während die Finanzmärkte weiterhin grösseren Unsicherheiten unterworfen sind, werden in den Finanzzentren in den USA und in Grossbritannien abertausende von Stellen abgebaut. Bei der UBS werden an die 1500 Personen von der Lohnliste gestrichen, bei der CS sind es mit 320 vergleichsweise wenige. Die Schweiz, so heisst es, ist vom Stellenabbau nicht betroffen.

(sda)

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