Entscheid in Frankreich: Nespresso will zur Konkurrenz netter sein
Aktualisiert

Entscheid in FrankreichNespresso will zur Konkurrenz netter sein

Mit Maschinen, die Kapsel-Kopien zerquetschen, wollte Nespresso es der Konkurrenz schwer machen. Doch zumindest in Frankreich ist das nun Vergangenheit.

von
laf
Nespresso-Maschine: Bald können Konkurrenten neue Modelle schon vor dem Start ausprobieren.

Nespresso-Maschine: Bald können Konkurrenten neue Modelle schon vor dem Start ausprobieren.

Eigentlich war es eine ziemlich schlaue Idee von Nespresso: Die Kaffeemaschinen erkennen mit ausgeklügelter Technik preiswertere Kapseln der Konkurrenz und zerstören diese. «Piratenhaken» heisst das Bauteil, das die Kapseln, die nicht zu 100 Prozent aus Aluminium bestehen, zerstört. Bei den anderen Herstellern und vielen Kunden stiess das auf wenig Verständnis. In Frankreich ist es mit dieser Praxis jetzt denn auch vorbei. Wie die Zeitung «Die Welt» berichtet, soll Nespresso neue Maschinen allen Kapselherstellern schon Monate vor dem Verkauf zur Verfügung stellen. So können die Hersteller ihre Kapseln anpassen.

Nespresso hat sich selbst zu diesem Schritt entschieden. So will der Hersteller Bussgelder oder einen offiziellen Beschluss der Wettbewerbsbehörde verhindern. Diese hatte sich mit dem Thema befasst, nachdem zwei kleine Kapselhersteller sich über Nespressos Vorgehensweise beschwert hatten.

Nespresso stellt der Konkurrenz nicht nur die Maschinen zur Verfügung. Auch will man laut dem Bericht die Art und Weise anpassen, wie der Konzern und seine Mitarbeiter über «Kapseln kommunizieren, die Kompatibilität mit Nespresso-Maschinen vorgeben». Übersetzt heisst das: Nestlé wird wohl in Zukunft nicht mehr damit drohen, dass Konkurrenzkapseln vernichtet werden. Beim Kaffeekonzern Mondelez, der unter anderem auch Jacobs-Kaffee herstellt, ist man über die Entscheidung erfreut.«Für uns ist das positiv, wir begrüssen die Entwicklung», sagte eine Sprecherin gegenüber der «Welt».

Nespresso wehrt sich dagegen, dass man bewusst die Konkurrenz habe behindern wollen, im Gegenteil, man habe immer gewollt, dass Mitbewerber sich anpassen können. «Mögliche Auswirkungen unserer Innovationen auf die Kompatibilität anderer Kapseln sind keinesfalls treibende Kraft für unsere Entscheidung, unsere Kaffeemaschinen laufend verbessern zu wollen», so Sprecherin Diane Duperret zu 20 Minuten. Man habe die technischen Spezifikationen der neuen Anstechmechanismen in der Inissia Kaffeemaschine sowie in den aktuellen PIXIE und U Modellen mit den Mitbewerbern geteilt, damit diese die Möglichkeit haben, allfällige Auswirkungen von Veränderungen auf ihre Kapseln zu prüfen. «Das technische Datenblatt ist auch auf unserer Website öffentlich einsehbar».

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