24.05.2019 18:23

Billige Lebensmittel

Nestlé treibt Manager mit Aldi-Bild zum Sparen an

Nestlé-Chef Mark Schneider zeigt seinen Managern in Sitzungen ein Foto vom Parkplatz von Aldi. Das hat einen einfachen Grund.

von
Isabel Strassheim, Interlaken

Der Chef des weltgrössten Nahrungsmittelkonzerns Nestlé führt seinen Managern immer wieder in Sitzungen ein Foto eines Aldi vor. Das zeigt nicht die Regale und Preise für Lebensmittel, sondern den Parkplatz, wie Mark Schneider am Freitag am Panel-Gespräch des Swiss Economic Forum erzählt. «Dort steht ein Porsche, und zwar ein Top-of-the-Line-Porsche», also ein neues und teures Modell. Schneiders Lehre für seine Manager: «Wir alle sind sehr preisbewusst. »

«Bei Dingen des alltäglichen Bedarfs wird auf jeden Rappen geschaut», so Schneider weiter. Geld fliesse auch bei Reichen nur für die eigenen Passionen wie etwa einen Porsche. In den letzten Jahren habe sich der Lebensmitteleinkauf deswegen sehr stark verändert.

Auch der Markenkonzern Nestlé kann so bei Produkten, bei denen es grosse Konkurrenz gibt, keine hohen Preise mehr durchsetzen. Das gelingt laut Schneider nur noch bei neuen Marktlancierungen, bei denen keine günstigeren Angebote der Konkurrenz daneben im Regal stehen.

Nestlés Rezept, um weiter mitzuhalten: Ein Sparprogramm mit Jobabbau und Verlagerungen. In den USA werden rund 4000 Stellen gestrichen. In der Schweiz werden bis zu 500 IT-Jobs in Vevey abgebaut und nach Spanien verlagert. In Basel sind bis zu 100 Stellen in der Produktion in Gefahr.

Ausserdem setzt Nestlé auf Neuheiten. Jedes Jahr gibt der Konzern 1,6 Milliarden Franken für Forschung und Entwicklung aus. Das meiste davon in Lausanne. Er gehört damit zu den Unternehmen in der Welt, die am meisten in die Forschung investieren. Stolz ist Mark Schneider deshalb auf den pflanzenbasierten Nestlé-Hamburger, der in nur 12 Monaten intern entwickelt worden sei. «Er ist der beste der Welt», wirbt Schneider am Swiss Economic Forum.

Fehler gefunden?Jetzt melden.