Nestle trotz Umsatzstagnation zuversichtlich
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Nestle trotz Umsatzstagnation zuversichtlich

Der Nahrungsmittelkonzern Nestle hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres den Umsatz auf Vorjahreshöhe halten können.

Bis Ende Jahr rechnet Nestle mit einem beschleunigten Wachstum und mit einer verbesserten Betriebsgewinnmarge bei konstanten Wechselkursen. Diese Aussichten wurden an der Börse positiv aufgenommen.

Der Umsatz von Nestle hat in den ersten neun Monaten trotz dynamischen Wachstums in Nord- und Südamerika sowie in Asien auf dem Vorjahreswert von 64,6 Milliarden Franken stagniert, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Das so genannte interne Realwachstum beschleunigte sich auf 2,9 Prozent, während Preiserhöhungen 1,6 Prozent beitrugen, was zusammen ein so genanntes organisches Wachstum von 4,5 Prozent ergab. Auf der anderen Seite hatten Währungsschwankungen sowie die um Akquisitionen bereinigte Veräusserungen eine negativen Einfluss von 2,7 Prozent beziehungsweise 1,9 Prozent. Der weltweit grösste Nahrungsmittelkonzern stellte bis Ende Jahr weitere Verbesserungen beim internen Realwachstum und dem organischen Wachstum in Aussicht.

Konzernchef Peter Brabeck-Letmathe erwartet für das Gesamtjahr 2004 eine Verbesserung der Betriebsgewinnmarge bei konstanten Wechselkursen. Für das nächste Jahr zeigte er sich an der Pressekonferenz in Vevey vorsichtig optimistisch. Der Konzern erwarte ein nachhaltiges Umsatzwachstum und eine Verbesserung der operativen Marge.

Von den Nestle-Produktegruppen mussten in den ersten neun Monaten dieses Jahres nur die Getränke einen Umsatzrückgang hinnehmen, während die Kategorien Milchprodukte, Nutrition und Speiseeis, Fertiggerichte und Produkte für die Küche, Produkte für Heimtiere, Schokolade, Süsswaren und Bisquits sowie pharmazeutische Produkte zulegen konnten. Im Heimmarkt Europa ging der Umsatz in den ersten neun Monaten leicht zurück. Das organische Wachstum weise aber mit minus 0,3 Prozent eine leichte Verbesserung gegenüber dem ersten Halbjahr auf. Ein starkes organisches Wachstum zeigten die Geschäfte in Nord- und Südamerika sowie in Asien, Ozeanien und Afrika. Der Umsatz von Nestle Waters stagnierte bei 6,4 Prozent. Ein ausgezeichnetes Resultat in Nordamerika steht einem Rückgang im Europamarkt gegenüber. Der Verkauf von Perrier bleibt laut Brabeck-Letmathe für Nestle eine Option.

Laufende und neue Kostensenkungsprogramme sollen dem Konzern von 2002 bis 2007 Einsparungen von insgesamt 7,2 Millionen bringen. Analysten bezeichneten die Einleitung eines neuen Programms als «positiv, aber nicht überraschend». Beim Neun-Monats-Umsatz wurden ihre Erwartungen nicht ganz erfüllt, hatten sie doch keine Stagnation, sondern einen leichten Anstieg erwartet. Vor allem die Aussichten auf ein beschleunigtes Wachstum im vierten Quartal stimmte sie aber gnädig. An der Börse legten die Nestle-Aktien deshalb bis zur Mittagszeit um 0,4 Prozent auf 288 Franken zu. (dapd)

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