Aktualisiert 05.10.2006 12:20

Nestor Clausen: «Der Präsident ist ein Lügner»

Es wurde viel spekuliert über die Gründe für den Rücktritt des Sion-Trainers Nestor Clausen während des Cupspiels gegen La Chaux-de-Fonds. Präsident Christian Constantin warf dem Argentinier vor geldgierig zu sein. «Alles erlogen» kontert Clausen.

«Ich verdiente in Sion 13 000 Franken brutto monatlich. Davon gehen die Steuern ab. Ich weiss nicht wie viel. Ich habe bei den Vertragsgesprächen nicht um einen einzigen Rappen gefeilscht. Ich wäre gratis nach Sion gekommen. Constantin will mit dieser Geld-Geschichte nur das Publikum gegen mich aufbringen, damit er meinen überraschenden Abgang rechtfertigen kann», so der ehemalige Sion Trainer gegenüber dem «Blick». Er äussere sich gegen die Lügen von Constantin um seinen Ruf in Argentinien zu bewahren.

Der Gaucho äusserte sich in diesem Interview auch zum Vorfall während des Cupspiels in La Chaux-de-Fonds, welcher seinen Rücktritt provozierte: «Constantin kam in jedem Match in die Kabine. Ich war schon seit fünfzehn Tagen am Überlegen. Mehr und mehr habe ich die Freude verloren. Und ich hatte das Gefühl, dass meine Arbeit nicht geschätzt wurde. Am Sonntag wars nun der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte. Ich ging in der Pause im Gang auf und ab, überlegte, was ich der Mannschaft sagen werde. Da trat Constantin in die Kabine und schrie die Spieler an: ‹Allez les gars! Allez les gars!› (Vorwärts Jungs!) Eine Respektlosigkeit mir gegenüber. Auf einen Schlag hatte ich eine Leere im Kopf. Darum entschied ich spontan: Jetzt ist genug! Der Präsident hat in der Kabine nichts zu suchen. Das ist die Intimsphäre von Trainer und Spielern. Wenn Constantin nicht in die Garderobe gekommen wäre, hätte ich den Rücktritt letzten Sonntag nicht gegeben. Aber ich habe auch meinen Stolz. Bei Siegen von Sion bläst sich Constantin auf, bei Niederlagen wäre ich schuld gewesen. Er verniedlichte meine Arbeit. Und als wir gewannen, war plötzlich ein Magnetiseur schuld...», Der Weltmeister von 1986 mit Argentinien fügte gar an, «Constantin braucht Sklaven um sich, ich bin kein Sklave. Ich war wahrscheinlich eine zu starke Persönlichkeit für ihn. Er ist eifersüchtig auf mich geworden.»

Es sei schade, dass es so endete. Clausen hätte gerne noch länger mit der Mannschaft zusammengearbeitet.

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