Gaza-Hilfsflotte: Netanjahu entschuldigt sich bei Erdogan
Aktualisiert

Gaza-HilfsflotteNetanjahu entschuldigt sich bei Erdogan

Die Erstürmung einer Gaza-Hilfsflotte im Jahr 2009 hat neun Türken das Leben gekostet. Nun entschuldigt sich der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Türkei.

von
aeg

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat sich bei der Türkei für den Tod von neun Türken beim Vorgehen gegen eine Gaza-Hilfsflotte im Jahr 2010 entschuldigt. Die Angehörigen der Opfer würden entschädigt.

Netanjahu habe Recep Tayyip Erdogan in einem Gespräch erklärt, dass die «tragischen Folgen» des Vorfalls nicht beabsichtigt gewesen seien, teilte das Büro Netanjahus am Freitag mit. Bei dem Einsatz gegen die Hilfsflotte seien laut einer Untersuchung Fehler gemacht worden..

Zudem seien Netanjahu und Erdogan übereingekommen, die Beziehungen ihrer Länder zu normalisieren, hiess es in der Mitteilung. Dazu gehöre auch, dass die juristische Verfolgung israelischer Soldaten in der Türkei beendet werde.

Erdogan habe die Entschuldigung der israelischen Seite angenommen, hiess es in einer Mitteilung aus Ankara. US-Präsident Barack Obama, der Israel erst Stunden zuvor verlassen hatte, zeigt sich laut einer Erklärung des Weissen Hauses erfreut über das Gespräch zwischen Netanjahu und Erdogan.

Diplomatische Eiszeit beenden

Damit könnte die fast drei Jahre lange diplomatische Eiszeit zwischen Israel und der Türkei ein Ende finden. Die Länder hatten sich über das israelische Vorgehen gegen die Gaza-Flotte Ende Mai 2010 entzweit. Damals versuchten mehrere Schiffe, Hilfsgüter in den Gazastreifen zu bringen. Das Gebiet war von Israel mit einer Seeblockade abgeriegelt.

Beim Entern des türkischen Schiffes «Mavi Marmara» töteten israelische Einsatzkräfte neun türkische Aktivisten. Nach einem türkischen Untersuchungsbericht wurde bei dem Angriff internationales Recht verletzt, Israel hingegen bewertete das Vorgehen als rechtmässig.

Ankara brach wegen des Vorfalls die Zusammenarbeit mit Israel im Rahmen der NATO ab und wies den israelischen Botschafter aus. Israel wiederum lehnte die Forderungen Ankaras nach einer Entschuldigung und Entschädigungszahlungen ab.

(aeg/sda)

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