«Nette Schweizer» ziehen Ausländer an
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«Nette Schweizer» ziehen Ausländer an

Das «schöne Land», «bessere Jobaussichten» und die «netten Menschen» sind die wichtigsten Gründe für einen Umzug in die Schweiz. 22 Prozent der Zuzüger wollen in der Schweiz bleiben, wie eine Studie belegt.

Der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch wollte in Erfahrung bringen, mit welchen Vorstellungen und Wünschen Ausländer in die Schweiz ziehen. Dazu wurden 490 erwerbstätige und innerhalb des letzten Jahres in die Schweiz gezogene Nutzer des Portals befragt.

In die Schweiz wegen «netten Menschen»

Topscorer waren die Argumente «schönes Land», «bessere Jobaussichten» und «nette Menschen». Motive wie «höherer Lohn», «bessere Karrierechancen» und «geringere Steuern» folgten erst auf den Rängen vier bis sechs.

Insgesamt gaben 22 Prozent der Befragten an, «weniger Bürokratie» sei für sie ein Grund, in die Schweiz zu ziehen. Für die 43 befragten Italiener war dieses Auswanderungsmotiv hingegen fast doppelt so wichtig. Weiter fällt auf, dass für französische Zuwanderer die tieferen Steuern kaum eine Rolle spielen: Nur 32 Prozent der 82 aus Frankreich stammenden Comparis-User nannten die tieferen Steuern als Grund für einen Umzug. Für die befragten Deutschen waren die Steuern indes ein doppelt so wichtiges Argument.

Für Deutsche «schönes Land» am wichtigsten

Bei den in der Schweiz arbeitenden Deutschen ist mit fast 90 Prozent das «schöne Land» der wichtigste Grund, in der Schweiz zu leben. Dicht gefolgt von den «netten Menschen». Bei einer früher in Deutschland erhobenen Studie wurden «mehr Lohn», «geringere Steuern» und «bessere Job-Aussichten» als wichtigste Argumente für einen potenziellen Umzug in die Schweiz genannt. «Angesichts dieser Resultate wird der rege Zuzug von Deutschen in die Schweiz besser verständlich: Nicht nur ihre materiellen Erwartungen erfüllen sich, sondern auch das Land an sich und die Menschen entpuppen sich als besser als erwartet», so Richard Eisler, Geschäftsführer von comparis.ch.

Nur knapp 4 Prozent verdienen weniger als in ihrem Heimatland

Jeder Dritte verdient gemäss comparis.ch mindestens 1600 Franken mehr pro Monat. Nur knapp 4 Prozent verdienen weniger als in ihrem Heimatland. 10 Prozent der befragten Einwanderer verdienen gleich viel. 31 Prozent verdienen netto mindestens 1600 Franken mehr im Monat als vor dem Umzug in die Schweiz. Angesichts eines durchschnittlichen Haushaltseinkommens der Befragten von rund 100 000 Franken pro Jahr ist dies ein beachtlicher Mehrverdienst.

Gut Ausgebildete zieht es in die Schweiz

Die Umfrage von comparis.ch zeigt auch, dass die Schweiz besonders für gut qualifizierte Arbeitskräfte ein attraktives Einwanderungsland ist. So haben 63 Prozent der Befragten einen Fachhochschul- oder Universitätsabschluss. Dieses Ergebnis hat sich bereits in der in Deutschland durchgeführten Umfrage zur Auswanderungsbereitschaft abgezeichnet. Auch da gaben überdurchschnittlich viele besser gebildete Personen an, sie könnten sich vorstellen, in die Schweiz zu ziehen.

22 Prozent wollen hier bleiben

22 Prozent der befragten, aus dem Ausland stammenden Comparis-User wollen für immer hier bleiben. Eine Rückkehr innerhalb eines Jahres in ihr Heimatland planen nur 7 Prozent. Ein Grossteil ist jedoch noch unentschlossen: 43 Prozent wissen noch nicht, wie lange sie in der Schweiz bleiben möchten.

tif/SDA

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