19.06.2015 14:50

Flinke KrabblerNeu entdeckte Fledermaus war zu Fuß unterwegs

Fledermäuse ohne Flügel sind heutzutage unvorstellbar. Nicht so bei einer mittlerweile ausgestorbenen Art: Sie bewegte sich am liebsten krabbelnd fort.

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Wie die heute lebende Fledermaus-Art Mystacina tuberculata (Foto) war auch die jetzt entdeckte, aber ausgestorbene Art Mystacina miocenalis auf allen vieren unterwegs.

Wie die heute lebende Fledermaus-Art Mystacina tuberculata (Foto) war auch die jetzt entdeckte, aber ausgestorbene Art Mystacina miocenalis auf allen vieren unterwegs.

PLOS One/Rod Morris
Das schließen australische Forscher aus einem Fossilienfund. Die dabei entdeckten Zähne zeigen, dass sich die ausgestorbene Art ähnlich ernährte wie heute lebende Fledermäuse.

Das schließen australische Forscher aus einem Fossilienfund. Die dabei entdeckten Zähne zeigen, dass sich die ausgestorbene Art ähnlich ernährte wie heute lebende Fledermäuse.

PLOS One/Rod Morris

Fliegen kostet Kraft. Deshalb verzichten viele Vogelarten, die es sich aufgrund ihrer Umgebung leisten können, auf das Fortkommen per Flügelschlag und bewegen sich am Boden fort. So wie die Kiwis in Neuseeland, deren Heimatland viele Millionen Jahre geografisch vom Rest der Welt isoliert war.

Ebenfalls zu Fuß unterwegs war die mittlerweile ausgestorbene Fledermaus-Art Mystacina miocenalis, deren Fossilien australische Forscher nun auf der neuseeländischen Südinsel entdeckt haben. Und das auf allen vieren, wie das Team um Suzanne Hand von der University of New South Wales im Fachjournal «PLOS One» berichtet.

Ähnlichkeiten und Unterschiede

Die neu beschriebene Art lebte vor 16 bis 19 Millionen Jahren (frühes Miozän) an den Ufern des heute nicht mehr existierenden Manuherikia-Sees, der sich inmitten eines subtropischen Regenwalds befand. Sie ist eng verwandt mit der noch immer dort lebenden Fledermaus-Art Mystacina tuberculata. Auch sie krabbelt mitunter über den Boden.

Punkto Ernährung ähneln sich Vor- und Nachfahre: Die jetzt entdeckten Zähne zeigen, dass die Mystacina miocenalis von einer vergleichbaren Mischdiät aus Nektar, Pollen und Früchten sowie Insekten und Spinnen lebte, so wie die heute lebenden Arten.

Trotzdem gibt es Unterschiede: Die ausgestorbene Art war mit einem Gewicht von rund 40 Gramm gut dreimal so groß wie Fledermäuse heute, wie die Hochschule mitteilt. Deshalb dürfte sie auch größere Beute vertilgt haben.

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